Wettbewerb zur Suchtprävention
Kinder machen sich selbst stark

1000 Euro gab es von der Sieglinde-Nothacker-Stiftung für die Projektarbeit am sonderpädagogischen Förderzentrum Willmannschule und 750 Euro für die Mittelschule Kümmersbruck. Bild: usc

Am Sonderpädagogischen Förderzentrum Willmannschule und an der Mittelschule Kümmersbruck wird hervorragende Suchtprävention geleistet. Dies zeigte die Auswertung der Unterlagen, die die Schulen für einen entsprechenden Wettbewerb des Suchtarbeitskreises Oberpfalz eingereicht haben. Aus Mitteln der Sieglinde-Nothacker-Stiftung gibt es 1000 Euro für die Willmannschule, 750 Euro gehen nach Kümmersbruck.

Bei einer Feierstunde stellten die jeweiligen Klassen ihre Projektarbeit vor. Die Willmannschule als Gewinnerin eines ersten Preises beeindruckte die Jury durch die Gesamtzahl von Projekten und Aktionstagen zu den Themen "Sucht - Kinder stark machen, Freizeit sinnvoll gestalten". Herausgehoben werden soll mit der Preisverleihung das sozial-emotionale Kompetenztraining für Kinder. Das Gruppentraining wurde zusätzlich durch Elternarbeit ergänzt.

Zirkusprojekt initiiert


Klassensprecher stellten die Aktivitäten vor: Zirkusprojekt für die ganze Schule, um Selbstwertgefühl und Kooperationsfähigkeit zu verbessern; dreiwöchiger Kreativworkshop für die gesamte Schulfamilie nach Interessenlage. Auch Medienkonsum und Rauchen wurden thematisiert. Ebenso bemerkenswert, dass kontinuierliche Suchtprävention über mehrere Jahrgangsstufen hinweg erfolgte. Mit 750 Euro war der zweite Preis dotiert, der an die Mittelschule Kümmersbruck ging. Sie hatte zwei Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Lehrerin Christa Meyer und ihre 5 g erarbeiteten eine Fotostory "Schattenbilder zum Alkoholkonsum". Das Projekt fördere Kreativität, Kommunikation und Kooperation, so die Jury. Außerdem wirke es nachhaltig, weil damit die Weiterentwicklung der Persönlichkeit gefördert und das Gemeinschaftsgefühl in der Klasse gestärkt werde.

Die Klasse M10 mit ihrem Lehrer Michael Kirsch beschäftigte sich bei Tagen der Orientierung intensiv mit "Abhängigkeiten, Sucht und Sinn des Lebens". Eingebunden in die Aktion waren Jugendsozialarbeiter Matthias Schejstal sowie externe Präventionsfachkräfte. Die Schüler erarbeiteten selbst Lösungen und profitieren laut Jury nachhaltig in ihrer Persönlichkeitsentwicklung, gerade an der Schnittstelle von Schulende und Berufseinstieg. Eine Belobigung sprach die Jury für die Beiträge der Walter-Höllerer-Realschule Sulzbach-Rosenberg und die Mittelschule Freudenberg aus.

Preisgelder aus Stiftung


Als ungeheuer eindrucksvoll bewertete Dr. Karl Sauer von der Sieglinde-Nothacker-Stiftung all das, was die Preisträger leisteten. Er sagte, die Stifterin, die Regensburger Unternehmerin, habe nach ihrem Tod rund zwei Millionen Euro für Suchtprävention in der Oberpfalz hinterlassen. Aus diesem Fonds könne man jährlich 14 000 Euro an Preisgeld bereitstellen, so Dr. Sauer.

Ziel: Noch mehr Projekte zur SuchtpräventionZusammen mit der in Regensburg gegründeten Sieglinde-Nothacker-Stiftung haben die Präventionsfachkräfte des Suchtarbeitskreises Oberpfalz den Wettbewerb "Strategien guter Suchtprävention in der Schule" ausgelobt. Ziel war, dazu anzuregen, dass noch mehr Projekte zur Suchtprävention an Schulen durchgeführt und langfristig implementiert werden, um die Botschaft zu transportieren, was gute Suchtprävention ausmacht, so Irene Hug vom Gesundheitsamt in Amberg.

Besonders wirksam sei Suchtvorbeugung immer dann, wenn im Mittelpunkt der Projekte die Arbeit an den Kernkompetenzen der Kinder und Jugendlichen steht. Dazu zählen zum Beispiel die Selbstwahrnehmung zu verbessern, einen angemessenen Umgang mit den Gefühlen zu fördern, Kommunikationsfähigkeit und kritisches Denken zu stärken sowie die individuelle Bewältigungsmöglichkeiten für schwierige Lebenssituationen zu verbessern.

Wichtig sei, dass die Projekte langfristig angelegt sind, neben den Schülern die Eltern und möglichst viele Lehrkräfte mit eingebunden sind und gegebenenfalls in Kooperationen entstehen. (usc)
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