Wie ist das eigentlich, Herr Direktor...?

Oberstudiendirektor Wolfgang Wolters. Bild: aha
Von Andreas Hahn

Fühlt ein Schulleiter mit den Abiturienten? Wann treffen die Abituraufgaben eigentlich ein? Und was hält der "Direx" von Ritualen wie Abi-Scherz und Abi-Zeitung? Wir haben versucht, Antworten auf diese Fragen zu bekommen.

Oberstudiendirektor (OStD) Wolfgang Wolters ist seit Februar 2009 Schulleiter des Amberger Max-Reger-Gymnasiums. Das MRG ist ein Musisches Gymnasium - und die einzige staatliche Internatsschule in der Oberpfalz. Die Zeit war knapp - aber ein paar Minuten hatte er übrig.

Wie lange liegt Ihre eigene Schulzeit zurück?
Wolters: Ich bin Abiturjahrgang 1980 ...also 36 Jahre ist es schon her, dass ich selbst mein Abi abgelegt habe.

Verraten Sie uns Ihre Abi-Note?
Wolters: 2,3

Wenn Sie die Abi-Aufgaben 2016 mit 1980 vergleichen: Wie ist ihre Einschätzung: Ist das Abitur schwieriger geworden?
Wolters: Das ist schwer zu sagen. Aber immerhin muss man in Fächern das Abitur schriftlich machen, in denen man das früher nicht notwendigerweise musste - etwa in Deutsch und Mathematik.

Ist das Bayerische Abitur mehr wert - als vergleichsweise in einem norddeutschen Bundesland?

Wolters: Vielleicht nicht mehr als in jedem norddeutschen Bundesland, aber bei manchen Bundesländern trifft das sicher zu.

Wie viele Tage vor den Abi-Prüfungen treffen die Aufgaben eigentlich ein?
Kommen sie per Post oder E-Mail oder liegen sie auf einem Server beim Ministerium - und wo werden sie dann aufbewahrt?

Wolters: Also zu diesen Fragen mit Ankunft und Aufbewahrung der Abi-Aufgaben darf ich mich leider nicht äußern, denn das ist ein ganz sensibles Thema und sehr vertraulich.

Okay. Das ist verständlich. Aber wenn sie denn mal eingetroffen sind: Wer darf diese wann öffnen?
Wolters: Geöffnet werden sie am Tag der Abiturprüfung des jeweiligen Faches. Und zwar vom Schulleiter im Beisein der Kollegen, die einen Kurs in dem betreffenden Abiturfach haben .

Sind Sie als Schulleiter auch selbst angespannt während die Abiturprüfungen laufen?
Wolters: Ja. Ein bisschen Kribbeln im Bauch ist da immer noch dabei.

Was hält man als Schulleiter von "Ritualen" wie Abi-Scherz, Abi-Zeitung und auch Abi-Ball?
Wolters: Der Abischerz ist - im 26. Jahr meines Lehrerdaseins - leider immer sehr ähnlich. Wir haben in diesem Jahr eine grundlegende Änderung mit den Schülern vereinbart. Die Abizeitung ist wichtig, sie darf aber nicht verletzen. Und der Abi-Ball gehört als festlicher Event natürlich dazu.

...und Sie gehen zum Abi-Ball?
Wolters: Natürlich. Meine Teilnahme ist Ehrensache - und ich gehe da auch gerne hin.
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