Wildes Grillen in geordnete Bahnen lenken
Vernunftapelle reichen nicht

Hätte man sie gelassen, Stadträtin Michaela Frauendorfer (CSU) wäre so richtig ins Schwelgen gekommen: Grillpartys am lauschigen Bach, damals, als wir noch jung waren. Doch die Realität sieht viel nüchterner aus.

Deshalb möchte der Stadtrat wildes Grillen in freier Natur oder ausgedehnten Grünanlagen in geordnete Bahnen lenken. Leichter gesagt, als getan. Bisher gibt es im Stadtgebiet nur einen entsprechend ausgestatten Platz. Er stammt aus Landesgartenschau-Zeiten von 1996 und ist auf dem Areal des ehemaligen Drahthammerbahnhofs angesiedelt. Die Sanierungsbedürftigkeit steht außer Frage.

Es sollen aber noch weitere solche Plätze hinzukommen, und die Verwaltung legte am Mittwoch dem Bauausschuss erste Überlegungen vor. Sie standen auch unter der Prämisse des neuen Landschaftsschutzgebiets entlang des Ammerbachtals, wo wildes Grillen eine beeinträchtigende Rolle spielt. Deshalb wurden Überlegungen angestellt, einen beabsichtigten Info-Point am nahe Speckmannshof gelegenen nördlichen Zugang zum Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet Ammerbachtal zusätzlich mit so einem Areal auszustatten. Denn eine Zufahrt und Parkplatzflächen stünden dort dann schon zur Verfügung.

Notdurft nicht weit


Weil die nächstgelegene Bebauung laut Verwaltung gerade einmal 215 Meter entfernt ist, machten sich in Speckmannshof schon erste Widerstände breit. Ganz allgemein wies Rudolf Maier (CSU) darauf hin, dass auch an ein Mindestmaß an Sanitäranlagen zu denken sei. Wo gefeiert werde, werde getrunken und da sei die Notdurft nicht weit. Dieses Problem wollte keiner bagatellisieren, ebenso Fragen der Abfallentsorgung oder der potenziellen Lärmentwicklung. Doch guter Rat ist da teuer, und allzu "blauäugig", das sagten mehrere Ausschussmitglieder, sollte man nicht sein. Reglementierungen etwa hinsichtlich der Benutzungszeiten würden wohl wenig helfen, denn die müssten auch kontrolliert werden. Sollten die Freiluft-Party-Gänger dann vergrault sein, würden sie sich sowieso nur wieder wilde Plätze suchen. Unversucht möchte es der Bauausschuss dennoch nicht lassen. Die Verwaltung veranschlagt Baukosten für feste Grillplätze zwischen 12 000 und 15 000 Euro und bezifferte die jährlichen Unterhaltskosten (Kontrollen durch den Bauhof) auf etwa 2500 Euro.

Lieber alte sanieren


Der Grillplatz bei Speckmannshof ist jedenfalls erst einmal vom Tisch. Konkret angegangen werden soll eine Sanierung der bestehenden Anlage beim Drahthammerbahnhof und im Umfeld der Kräuterwiese. Dort wird planerisch auch in Kombination mit dem Parkdeck an eine Toilettenanlage gedacht, die es dann natürlich nicht mehr für 15 000 Euro gibt. Die Machbarkeit konkret geprüft werden soll noch im Umfeld der sogenannten Panzerstraße (Südrand Landschaftsschutzgebiet) und im ehemaligen Landesgartenschaugelände. Der Beschluss erging einstimmig.
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