Wilhelm Preuß über die Freude am Bart und das Entscheidende beim Vergleich
Auf die Länge kommt’s nicht an

Es genügt nicht, einen schönen Bart zu haben, man muss ihn auch präsentieren können, wenn man eine Meisterschaft gewinnen will, sagt Wilhelm Preuß. Hier sieht man, wie er das meint. Bild: hfz

Einige der imposantesten Bärte der Republik dürften am Wochenende stolz durch Amberg getragen werden. Denn der Verband Deutscher Bartclubs (VDB) hält hier seine Delegiertenkonferenz ab. Wir sprachen darüber mit Wilhelm Preuß, seit 20 Jahren Vorsitzender des ausrichtenden Ostbayerischen Bart- und Schnauzerclubs.

Herr Preuß, was ist so schön daran, einen so langen Bart zu haben? Der macht doch auch viel Arbeit.

Wilhelm Preuß: So viel auch wieder nicht. Bei mir war es sogar die Faulheit, die mich dazu gebracht hat, mir einen Bart wachsen zu lassen. Das war 1980, ich war bei der Bundeswehr und habe mir gedacht, die Viertelstunde fürs Rasieren in der Früh, die kannst du dir auch sparen. Also habe ich mir einen Vollbart wachsen lassen. Heute ist das natürlich schon zur Verpflichtung geworden, ich sähe gar keinen Grund, meinen Bart wegzumachen. Der hat ja auch einen sehr hohen Wiedererkennungswert.

Was macht denn an der Mitgliedschaft im Bartclub so viel Spaß?

Das ist wie beim Fußball. Da habe ich mir auch gesagt: Wenn ich mal in der Umkleidekabine sitze und spüre das Kribbeln vor dem Spiel nicht mehr, dann höre ich auf. Und hier ist es auch so: Ich bin mit dem Bartclub seit 20 Jahren auf Meisterschaften, und das Kribbeln ist noch da, die Freude, alte Bekannte wiederzusehen, mit denen oft Freundschaften entstanden sind. Das ist wie eine große Familie, der Konkurrenzkampf ist da nicht mehr so ausgeprägt.

Was ist denn im Wettbewerb das Entscheidende? Kommt es auf die Länge an?

Eher auf die Optik. Ich sage immer: Der Bart muss zum Kerl passen. Wenn einer zwei Meter groß ist und so breit wie ein Schrank, dann stellt da ein Dali-Bärtchen gar nichts dar. Der braucht einen Vollbart. Den muss man aber auch präsentieren können. Letztlich ist es so, dass - ganz unabhängig von den Schiedsrichtern - auf die ersten fünf Plätze immer dieselben kommen, wenn auch in anderer Reihenfolge.

Wie bekommt man die VDB-Delegiertenkonferenz nach Amberg?

Indem man schon ein paar Jahre vorher sein Interesse anmeldet. Wir haben den Zuschlag bekommen, weil wir heuer unser 20-jähriges Bestehen feiern. Die Konferenz ist eine von mehreren Jubiläumsveranstaltungen.

Warum hat denn der Ostbayerische Bart- und Schnauzerclub so viele Mitglieder von außerhalb?

Ich war auch mal Präsident des Verbandes Deutscher Bartclubs, zuerst sechs Jahre lang, später vier Jahre. Da hatte ich bei jeder Meisterschaft Einblick in die Starterliste. Und wenn einer ohne Club-Zugehörigkeit dabei war, habe ich den für unseren Verein zu werben versucht. Oft mit Erfolg. So sind wir zu Mitgliedern aus Frankreich oder Österreich gekommen.

Am Samstag steht auch die Neuwahl des VDB-Präsidenten an. Hätten Sie wieder Lust auf dieses Amt?

Ich trete nicht an, um Gottes Willen. Ich gehe davon aus, dass der bisherige Präsident weitermacht.

Bart-KonferenzDie Delegiertenkonferenz des Verbandes Deutscher Bartclubs (VDB) läuft am Samstag, 16. April, ab 14 Uhr in der Gaststätte Zur Alten Kaserne. Am Sonntag trifft man sich um 9.30 Uhr am Kurfürstenbad zu einer Stadtführung. Ab 11.30 Uhr steht ein Weißwurstfrühstück in der Alten Kaserne auf dem Programm. (ll)
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