xplosion in Steinberg: 68-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht
Rohrbombe im Schwedenofen

Amberg/Schwandorf. (hwo) Es geht um versuchten Mord und um einen Fall, der für Schlagzeilen sorgte. Ab kommenden Montag wird ein 68-Jähriger aus der U-Haft vor das Amberger Schwurgericht geführt. Er steht in dem dringenden Verdacht, mit einer selbstgebauten Rohrbombe einer wie er in Steinberg am See (Kreis Schwandorf) wohnenden Familie nach dem Leben getrachtet zu haben.

Die Amberger Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, nach Meinungsverschiedenheiten mit der im Dorf wohnenden Familie aus einem acht Zentimeter langen Metallrohr und sogenannter Schießbaumwolle eine an ihren Enden verdämmte Bombe gebastelt zu haben. Das präparierte Rohr kam nach Ermittlungen der Behörden in ein Birkenscheit, das auf einem Holzstoß am Anwesen der Leute lagerte.

Am 14. Januar dieses Jahres kurz vor 23 Uhr gab es dann im Obergeschoss des Hauses, in dem neben dem Besitzerpaar auch dessen Sohn und die Schwiegertochter wohnen, einen dumpfen Knall im angeheizten Schwedenofen. Der in dem Holzstück deponierte Sprengsatz war explodiert.

Trümmer flogen durch den Raum. Sie richteten zwar Schaden an, gleichwohl aber blieben der Sohn des Hausbesitzerpaares und dessen Ehefrau weitgehend unverletzt. Sie hatten sich in dem Raum aufgehalten. Bei dem Mann soll sich allerdings danach ein Tinnitus-Leiden verstärkt haben.

Nach der heftigen Explosion in dem dabei zerstörten Ofen fanden Polizeibeamte den Metallstab. Ab dann liefen intensive Ermittlungen, geführt vom Leitenden Oberstaatsanwalt Joachim Diesch. Erst viele Wochen später kam ein 53-Jähriger in Untersuchungshaft. Er wurde beschuldigt, beim Bau des Sprengkörpers mitgewirkt zui haben. In der Justizvollzugsanstalt Weiden suchte er im Mai den Freitod.

Heimtücke und Hinterlist wirft die Anklagebörde nun dem 68-Jährigen vor. Darin sieht sie ein Verbrechen des versuchten Mordes. Zur genauen Klärung sind zunächst sechs Verhandlungstage vorgesehen
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