Zwei 20-Jährige vor Gericht
Mysteriöse Drohungen im Drogenmilieu

Der Verdacht war heftig: Zwei Männer sollten Messer gezogen und einem Bekannten gedroht haben: "Wenn du uns bei der Polizei verpfeifst, passiert etwas." Doch das ließ sich bei Gericht nicht nachweisen. Sie wurden freigesprochen.

Zwei Tage verhandelt


Zwei Tage lang verhandelte das Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Peter Jung. Auf der Anklagebank saßen zwei 20-Jährige, die von Beginn an die ihnen von Staatsanwältin Franziska Wilhelm gemachten Vorwürfe energisch bestritten. Fall eins: Gemeinsam sollen die Beschuldigten auf der Toilette eines Amberger Lokals einen 16-Jährigen mit Messern bedroht und ihn eingeschüchtert haben. Dabei spielte eine Rolle: Der Jugendliche zählte zu den Drogenkunden von einem der 20-Jährigen. Dieser hatte nachweisbar in der Vergangenheit gedealt und dafür eine Bewährungsstrafe erhalten. Sein Kumpel war nie mit Rauschgift in Berührung gekommen.

Es gab noch einen zweiten Vorhalt. Demnach soll der 20-jährige Drogendealer erneut an den 16-Jährigen herangetreten sein und ihn auf der Allee am Maxplatz abermals aufgefordert haben, bei Vernehmungen durch die Kripo zu schweigen.

Kunden genannt


Seltsam mutete dabei an: Zu diesem Zeitpunkt hatte der 20-Jährige bereits selbst Angaben zu seiner Verkäufertätigkeit und seinem Abnehmerkreis gemacht. Wenig Gründe also, um jemanden in die Enge zu treiben. Schon am Ende des ersten Verhandungstages hatte das Jugendschöffengericht Andeutungen im Hinblick auf einen möglichen Freispruch gemacht.

Zunächst weitere Zeugen


Doch die Anklagevertreterin beharrte auf einem weiteren Zeugen, der erst durch die Polizei ausfindig gemacht werden musste. Er kam nun zur zweiten Prozessrunde und ließ wissen, dass er die Angeklagten zwar kenne, ansonsten aber nichts beobachtet habe.

Der Rest ging schnell vonstatten: Die Staatsanwältin sowie die beiden Verteidiger Michael Schüll und Jörg Jendricke beantragten Freispruch. Nach kurzer Beratung schloss sich das Jugendschöffengericht an. Die als Nötigung angeklagten Vorfälle seien nicht nachweisbar, hieß es.
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