Abschluss der Tarifverträge von IG Metall
"IG Metall hat Wort gehalten"

Der Abschluss von Tarifverträgen ist wichtig. Doch das ist nur der erste Schritt, dem der zweite folgen muss. Welcher das ist, wurde bei der Delegiertenversammlung der IG Metall deutlich.

(bt) "Die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie ist erfolgreich verlaufen", lautete das Resümee des Bezirksleiters der IG Metall Bayern, Jürgen Wechsler, bei der Delegiertenkonferenz im ACC. Dies gelte nicht nur für den Abschluss bei Lohn- und Gehalt, sondern auch für qualitative Forderungen bei der Alters- und Bildungsteilzeit. Neben den Berichten stand auch die Wahl der Delegierten für den ordentlichen Gewerkschaftstag auf dem Programm.

Bezüglich der Mitgliederentwicklung und der Finanzen zog 1. Bevollmächtigter Horst Ott eine positive Bilanz. So konnte allein der Mitgliederstand bei ATU in Weiden auf 100 gesteigert werden. "Die Verwaltungsstelle Amberg hat kein Geld", fügte er Richtung Bezirksleitung schmunzelnd hinzu. Mit zahlreichen Warnstreiks habe sich die Gewerkschaft vor Ort in die Tarifrunde eingebracht und so zu einem Ergebnis beigetragen, mit dem viele nicht gerechnet hätten. Die Beschäftigten erhielten mit der Gehaltsabrechnung im März eine Einmalzahlung von 150 Euro. Ab April greift dann die Erhöhung um 3,4 Prozent. Ohne solche Aktionen, an denen sich Tausende allein im Bereich der Verwaltungsstelle Amberg beteiligt haben, wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen. Unabhängig davon, wer für die IG Metall am Verhandlungstisch sitzt, sagte Ott.

Zahlreiche Warnstreiks

"Die IG Metall hat Wort gehalten, nicht nur, was die reine Lohn- und Gehaltsforderung betrifft, sondern auch die qualitativen Forderungen zur Altersteilzeit und Bildungsteilzeit", betonte der Bezirksleiter Jürgen Wechsler. Nicht nur bei großen Konzernen hätten Warnstreiks stattgefunden, sondern auch in vielen Klein- und Mittelbetrieben seien Zigtausende Beschäftigte dem Aufruf der IG Metall gefolgt. Auf Bundesebene seien es über 900 000 Menschen gewesen. Die IG Metall wäre in der Lage gewesen, bei gescheiterten Verhandlungen die Urabstimmung einzuleiten und bei einem positiven Ausgang auch einen längeren Streik durchzuziehen. Nach zwei Warnstreikwellen hätten auch die Arbeitgeber dies begriffen und einem Abschluss zugestimmt, der sich sehen lassen könne. Dies gelte ebenfalls bei einem Vergleich von Tarifabschlüssen in anderen Bereichen.

Beim Tarifvertrag, in dem die Altersteilzeit geregelt ist, sei zwar im Großen und Ganzen alles beim Alten geblieben, da aber die Arbeitgeber dieses Modell generell auslaufen lassen wollten, könne man trotzdem von einem Erfolg reden, sagte Jürgen Wechsler. Mit einer freiwilligen Betriebsvereinbarung sei eine sechsjährige Altersteilzeit weiterhin möglich. Besonders belastete Arbeitnehmer, wie Schichtarbeiter, können ab dem 58. Lebensjahr fünf Jahre in Altersteilzeit gehen. Für alle anderen Beschäftigten gelte die Regelung, ab 61 eine vierjährige Altersteilzeit in Anspruch nehmen zu können. Die dritte Tarifforderung betraf eine Regelung zur persönlichen beruflichen Weiterbildung, die es bisher nicht gab. Von großer Bedeutung sei, dass diese Weiterbildung geeignet sein müsse, eine Tätigkeit in einem Metall- und Elektrobetrieb ausüben zu können.

Das bedeute, dass kein Bezug zum eigenen Betrieb erforderlich sei. "Die Tarifverträge müssen jetzt mit Leben erfüllt werden", forderte der Bezirksleiter. Da verschiedene Arbeitszeitmodelle künftig eine immer größere Rolle spielen werden, biete die IG Metall dazu am Freitag, 19. Juni, in Nürnberg eine Konferenz an.

Delegierte gewählt

Als Delegierte werden Sabrina Feige (Gewerkschaftssekretärin), Georg Sperber (Leiter des Vertrauenskörpers Rohrwerk-Maxhütte) und Stefanie Lengfelder (stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Siemens Amberg) die Verwaltungsstelle am Gewerkschaftstag vom 18. bis 24. Oktober in Frankfurt vertreten.
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