ADAC: Gau-Vorstandsmitglied Michael Herbst erhebt schwere Vorwürfe
21 000 Kilometer Stau

Der regionale Verkehrstag des ADAC-Gaus Nordbayern ist eine Konferenz mit Vertretern der Ortsclubs, der Polizei und der für Straßenbau und Unterhalt zuständigen Ämter. Von links: Gau-Vorstandsmitglied Michael Herbst, Jürgen Hildebrandt, Abteilungsleiter Verkehr, Technik und Umwelt, Polizeivizepräsident Michael Liegl und Gerhard Leger, Vorsitzender des 1. Automobil-Clubs Amberg. Bild: gf

Harsche Worte beim ADAC: Gau-Vorstandsmitglied Michael Herbst wirft dem Bund bei einer Konferenz in Amberg schwere Versäumnisse vor. In Bayern gleiche die Autobahn A 3 einem Großparkplatz.

Beim regionalen Verkehrstag des ADAC-Gaus Nordbayern im Drahthammer Schlößl kritisierte Michael Herbst, dass der Mitteleinsatz des Bundes für den Bundesfernstraßenbau weit hinter dem Bedarf hinterherhinke und selbst das kommunale Straßennetz vernachlässigt werde. Die A 3 habe mit 8000 Staumeldungen und einer vom ADAC errechneten Gesamtstaulänge von 21 000 Kilometern den "Vorjahressieger" A 9 übertroffen. Nur bei der Anzahl der Staus von mehr als zehn Kilometern Länge bleibe die A 9 weiterhin Spitzenreiter.

Zur geplanten Maut meinte Herbst, dass 55 Prozent der ADAC-Mitglieder sie befürworten, wenn deutsche Autofahrer dadurch nicht zusätzlich belastet werden und die erzielten Einnahmen für die Verbesserung der Straßen-Infrastruktur Verwendung finden. Fraglich sei die Einführung der Maut dennoch, da laut einem Expertengutachten nur knapp unter 300 Millionen Euro eingenommen werden könnten, die Aufwendungen für Betrieb, Kontrolle und Vertrieb aber höher seien.

Auf die Unfallentwicklung in Bayern eingehend, sagte Michael Herbst, dass der Anteil junger Fahrer bei tödlichen Verkehrsunfällen mit einem Drittel viel zu hoch sei. Die Zahl der tödlichen Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war, sei 2013 im Vergleich zum Vorjahr um fast drei Prozent angestiegen. Immer mehr und effektivere Assistenzsysteme im Auto führten auch dazu, dass es wieder mehr Gurtmuffel gebe.

Die Zahl der bei Unfällen ums Leben gekommenen Kinder habe sich in Freistaat halbiert. Zu verdanken sei das der Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei und anderer Verbände wie dem ADAC. Herbst wies auf die fast vier Millionen vom Club verteilten Warnwesten für Schulanfänger hin.

Deutlich weniger begeistert ist Michael Herbst vom "Elterntaxi", mit dem die Verkehrssituation rund um die Schulen verschlimmert werde. Kindern sollte man doch zutrauen, dass sie ihren Schulweg alleine bewältigen. (Hintergrund)
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