Aigner: TTIP bietet Chance für Bayern
Fühler in neue Märkte ausstrecken

Ilse Aigner. Bild: gf

(gfr) "Bayern ist ein Gewinner der Globalisierung." Das sagte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch beim Abend der Außenwirtschaft, dem jährlichen Treffen der bayerischen Auslandsrepräsentanten, im Amberger Congress Centrum. Zahlreiche große Unternehmen, aber auch mittelständige Betriebe würden ihre qualitativ hochwertigen Produkte zu rund 52 Prozent exportieren. Dabei sei in den vergangenen Jahren sogar eine Steigerung um 70 Prozent festzustellen. Größter Handelspartner, so Aigner, seien die USA. Daher sei das Freihandelsabkommen TTIP eine Chance für die "Export-Nation Bayern". Neue Märkte für bayerische Unternehmer würden sich auch im Iran, wo kürzlich ein Büro der Bayerischen Wirtschaft eröffne wurde, sowie im Mittleren und Nahen Osten eröffnen. Dort müssten "unsere Global Player" ihre Fühler ausstrecken. Bei der Kontaktaufnahme seien die bayerischen Auslandsrepräsentanten behilflich, sei es mit der Erschließung neuer Exportmärkte oder dem Aufbau von Vertriebsstrukturen.

Die Repräsentanzen würden auch einen wichtigen Beitrag zur bayerischen Außenwirtschaftförderung leisten, so die Ministerin, denn zusammen mit der Ansiedlungsagentur "Invest in Bavaria" würden sie dazu beitragen, den Freistaat als internationalen Wirtschaftstandort zu profilieren, indem sie potenzielle Investoren aus dem Ausland akquirieren und sie dann bis zur Ansiedlung in Bayern betreuen.

Märkte im In- und Ausland zu erschließen, sei derzeit eine unserer größten Herausforderungen, unterstrich Aigner, nicht nur im Interesse der Unternehmen sondern auch im Interesse der Arbeitnehmer. Handel treiben fördere letztlich auch kulturellen Austausch. Ausdrücklich hob Aigner hervor, dass das bayerische Wirtschaftsministerium insbesondere mittelständische Unternehmen durch eine Vielzahl von Maßnahmen bei der Entwicklung von Geschäftsstrategien sowie bei der Erkundung und Erschließung von Auslandsmärkten unterstützte.

Zu dem Treffen waren Unternehmen eingeladen, die sich global ausgerichtet haben. Neben Politikern, Vertretern von IHK, Handwerkskammer und Hochschule nahmen rund 500 Repräsentanten von Unternehmen die Gelegenheit wahr, Kontakte zu den 86 bayerischen Wirtschaftsbotschaftern aufzunehmen, die rund um den Globus - sei es in Botschaften oder Konsulaten - bayerische Interessen vertreten.

Amberg SpitzenreiterMit 55,3 Prozent Exportquote meldete Gerhard Witzany, der Präsident der IHK Regensburg, am Donnerstag einen neuen ostbayerischen Rekord. Für 2015 beziffern die produzierenden Unternehmen im IHK-Bezirk ihre ausgeführten Waren auf 18,8 Milliarden Euro.

Die Städte und Landkreise in der Region zeigen Unterschiede bei den Exportzahlen: Spitzenreiter ist die Stadt Amberg mit einer Exportquote von 77 Prozent. Stadt und Landkreis Regensburg weisen eine Quote von jeweils 71 Prozent auf. Es folgen die Landkreise Tirschenreuth (51 Prozent), Cham und Neustadt/WN (beide 45 Prozent), Amberg-Sulzbach (39 Prozent), Schwandorf und Neumarkt (beide 30), Kelheim (29) sowie die Stadt Weiden (14 Prozent). Gefragteste Exportgüter waren 2015 Fahrzeuge, Fahrzeugteile, Maschinen und Elektrotechnik.

Da das Russlandgeschäft bei den ostbayerischen Unternehmen massiv eingebrochen ist, setzen diese wieder verstärkt auf Märkte in der Europäischen Union. "Wir sehen unsere direkten Nachbarländer und Westeuropa wieder stark im Kommen", erklärte Witzany. Die IHK Regensburg bietet ihren Mitgliedern bei der Außenwirtschaftsberatung heuer Seminare und Workshops unter anderem zu Österreich, Schweiz und Tschechien. (nt/az)
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