Amberg: Inhaber Werner Dobler schließt Sportgeschäft am Malteser
Auch Sport Braun macht dicht

Ambergs ältestes Sportgeschäft schließt. Ende Februar gibt Werner Dobler den 1950 von "Pipo" Braun eröffneten Laden an der Georgenstraße auf. Bilder: Kosarew (2)

Für viele war Christoph "Pipo" Braun einer der besten Fußballer, die Amberg je hervorbracht hat. 1950 eröffnete er in der Georgenstraße ein Sportgeschäft - das erste in der Stadt. 65 Jahre später ist Schluss. Inhaber Werner Dobler wird im Februar 68 Jahre alt und hört auf. Aber nicht nur aus Altersgründen.

Amberg. (tk) Sehr viel Zeit zum Verschnaufen hat Werner Dobler in diesen Tagen nicht. Das Weihnachtsgeschäft lockt die Kunden in sein Sportgeschäft am Malteser. In erster Linie aber ist es die Hoffnung auf einige Schnäppchen, denn auf dem Schaufenster steht es so groß, dass es nicht zu übersehen ist: "Total Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe." Wieder ein Amberger Original, das verschwindet, noch ein Leerstand in der Altstadt und ein weiterer inhabergeführter Laden, der schließt.

"Hauptsächlich aus Altersgründen" hört Dobler Ende Februar auf. Nach dann 32 Jahren - 1983 hat er das Geschäft vom mittlerweile 93 Jahre alten Namensgeber übernommen. "Früher", blickt Dobler zurück, "war das hier eine 1A-Lage. Jetzt ist das Viertel eine CC-Lage geworden."

Der 67-jährige Amberger ist sich sicher. Vor allem durch die großen Supermärkte, die auch ein Sportartikelsortiment führen, und die Dienstleistungszentren haben sich die Kundenströme aus der Altstadt heraus verlagert. Zum Nachteil der Händler entlang der Fußgängerzone, denn Kaufland, Real und Co. "haben Parkplätze ohne Ende". Diese Entwicklung habe Amberg geschadet, auch das digitale Zeitalter habe zu den teils deutlichen Einbußen beigetragen: "Wir merken schon, dass es Beratungsklau gibt. Da kommen die Leute ins Geschäft, fotografieren mit dem Smartphone und bestellen dann doch im Internet."

Im Jugendbereich seien die Umsätze deswegen bis zu 60 Prozent eingebrochen. Je älter, desto seltener bestellten die Kunden online. Bei einem Stammklientel, das maximal 55 oder 60 Jahre alt ist, bedeute das aber immer weniger, denn: "Die haben mittlerweile auch alle einen Computer." Für Werner Dobler ist das ein Grund mehr, sich mit dann 68 Jahren in den Ruhestand zu verabschieden.

Ein bisschen denkt der Amberger dennoch an eine Zukunft in seinem Laden an der Georgenstraße: "Wenn ich wüsste, dass die Geschäfte so weiterlaufen wie gerade, würde ich bis 70 weitermachen." (Angemerkt)
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