Amberg und Amberg-Sulzbach deutschlandweites Mittelmaß
Zukunftsatlas als Ansporn

Das Gewerbegebiet in Ursensollen boomt und steht sinnbildlich für die Aufholjagd des Landkreises Amberg-Sulzbach. Im aktuellen Zukunftsatlas des Prognos-Instituts zu wirtschaftlichen Chancen und Risiken macht das Umland im Vergleich zur Stadt Amberg Plätze gut. Bilder: Hartl (2)
 
Die Lage ist gut. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Wir sollten uns mit der Studie auseinandersetzen und unsere Hausaufgaben machen. Zitat: Johann Schmalzl, IHK-Geschäftsstellenleiter

Wo stehen die Stadt und der Landkreis in Sachen Wirtschaftskraft und Wohlstand im bundesweiten Vergleich? Im Mittelfeld, hat das Forschungsinstitut Prognos herausgefunden. Die genauere Analyse der Studie bietet ein paar Überraschungen.

Bei dieser Rangliste darf es gerne nach unten gehen: Je kleiner die Zahl, umso besser. Beim neuen Zukunftsatlas des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos belegt Amberg bei wirtschaftlicher Stärke, Dynamik, Demografie, Arbeitsmarkt, Innovationen und Wohlstand von 402 kreisfreien Städten und Landkreisen in Deutschland Platz 184, der Landkreis Amberg-Sulzbach Rang 218.

Von einem "ausgeglichenen Chancen-Risiken-Mix" spricht die Studie in dieser Kategorie, die von den Plätzen 144 (Kreis Coesfeld) bis 306 (Kreis Ostholstein) reicht. Auch die Landkreise Schwandorf (179) und Tirschenreuth (233) sowie die Stadt Weiden (182) finden sich in dieser Bandbreite wieder. Deutlich besser aufgestellt ("sehr hohe Zukunftschancen") sind laut Prognos die Landkreise Regensburg (39) und Neumarkt (112), während Neustadt an der Waldnaab (308,"leichte Risiken") das Oberpfälzer Schlusslicht markiert.

Sorgenkind Demografie


Wie berichtet, hat sich seit Veröffentlichung des Zukunftsatlas 2013 wieder einiges verändert. Die Stadt Amberg ist in den vergangenen drei Jahren um 22 Plätze abgesackt, der Landkreis hingegen hat Boden gut gemacht. 14 Ränge weiter vorne ist er diesmal zu finden und nähert sich damit dem Niveau der Stadt an. Das sah schon mal ganz anders aus. Beim ersten, 2004 veröffentlichten Zukunftsatlas fand sich Amberg noch auf Position 131, während Amberg-Sulzbach damals auf Platz 302 deutlich das Nachsehen hatte.

Wer tiefer in das Zahlenwerk einsteigt, findet ein gemeinsames Sorgenkind von Stadt und Land: den Faktor Demografie. Der Landkreis landet im deutschlandweiten Vergleich der Bevölkerungsentwicklung im Tabellenkeller. Von 402 Regionen schafft es Amberg-Sulzbach gerade mal als 378. ins Ziel. Die Stadt Amberg kommt - trotz 1500 Studenten an der Ostbayerischen Technischen Hochschule - auch nur auf Rang 300. Herangezogen haben die Prognos-Leute für die Bewertung dieses Teilbereichs die Geburtenrate und den Anteil junger Erwachsener, die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung und das Wanderungssaldo junger Erwachsener.

Aufholen bei der Bildung


Den Minuspunkten in Sachen Demografie steht - zumindest, was die Stadt betrifft - ein dickes Plus auf dem Arbeitsmarkt gegenüber. Eingeflossen sind Arbeitsplatzdichte, Arbeitslosenquote, der Anteil Hochqualifizierter, die Studienabbrecherquote und die Zahl unbesetzter Ausbildungsstellen. Herausgekommen ist der bundesweite Rang 89 für Amberg. Der Landkreis kommt in dieser Kategorie nur auf Platz 256. Dieses Ergebnis hat den Leiter der Amberger Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer, Johann Schmalzl, dann doch verwundert. Denn die Stadt verzeichnet eine Arbeitslosenquote von 5,6 Prozent, während der Landkreis bei 2,9 Prozent steht.

"Die Gutachter haben beim Thema Arbeitsmarkt offenbar den Anteil der Hochqualifizierten stärker gewichtet", erklärt Schmalzl. Grundsätzlich schätzt der IHK-Fachmann die Studie als "guten Überblick". Die Region müsse sich mit dem Zahlenwerk schon auseinandersetzen, um Chancen und Risiken zu identifizieren. Der richtige Weg sei mit Hilfe der OTH, die sich als Motor für Innovationen und Weiterbildung erweise, bereits eingeschlagen. Auch der Wirtschaftsförderer der Stadt, Karlheinz Brandelik, sieht durchaus Nachholbedarf. "Wir brauchen Impulse", sagt er. Auch wenn er eine aktuelle andere Studie kennt, aus der Amberg bayernweit als fünft-dynamischste Stadt hervorgeht.

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Die detaillierten Zahlen im Internet:

www.prognos.com/zukunftsatlas/16

Die Lage ist gut. Aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Wir sollten uns mit der Studie auseinandersetzen und unsere Hausaufgaben machen.Johann Schmalzl, IHK-Geschäftsstellenleiter
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