Amberger Konzern erwartet Anstieg auf mehr als 1,6 Milliarden Euro
Grammer rechnet mit weiterem Umsatzplus

Amberg. Der Amberger Autozulieferer Grammer hat am Mittwoch die endgültigen Geschäftszahlen für 2015 vorgelegt. Wie bereits berichtet lag der Umsatz bei 1,426 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,366 Milliarden Euro). Das bedeutet den fünften Umsatzrekord in Folge.

Sowohl das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (42,7 Millionen Euro) als auch das Konzernergebnis nach Steuern (23,8 Millionen Euro) liegen deutlich unter den Vorjahreswerten (57,0 Millionen Euro sowie 33,6 Millionen Euro). Wie im Vorjahr sollen 0,75 Euro je Aktie als Dividende ausgeschüttet werden. "Neben dem erfreulichen Umsatzwachstum ist es uns erneut gelungen, wichtige operative und strategische Meilensteine zu erreichen und damit den Grundstein für zukünftiges profitables Wachstum und Unternehmenswertsteigerung zu legen", teilte Grammer-Chef Hartmut Müller mit. Schwierig war 2015 vor allem das Geschäft im Bereich Seating Systems (Sitzsysteme für Lkw, Land- und Baumaschinen sowie Bahnsitze). Hier gab es Umsatzrückgänge, die das Ergebnis gedrückt haben. Besser entwickelte sich das Segment Automotive, das Geschäft mit Kopfstützen, Armlehnen und Mittelkonsolen für Pkw. Allerdings belasteten hier die Kosten für die Umsetzung des Wachstums sowie für die weitere Internationalisierung.

Abgeschlossen wurde zum Jahresende 2015 die Übernahme des Kunststoff- und Metalltechnik-Spezialisten Reum (Hardheim, Baden-Württemberg). Vor wenigen Wochen hatte Grammer mit dem chinesischen Lkw-Hersteller Shaanxi Automobile Group eine Zusammenarbeit beschlossen. In China sollen Sitze für von Shaanxi hergestellte Nutzfahrzeuge produziert werden. Wie Grammer am Mittwoch weiter mitteilte, wird für 2016 ein Umsatzanstieg auf mehr als 1,6 Milliarden Euro prognostiziert. Das Ergebnis soll über dem des Jahres 2015 liegen. In einem Gespräch mit der dpa warnte Müller vor Belastungen nach dem Abgas-Skandal bei VW. Aus der Branche heiße es, dass VW kräftige Preisnachlässe von seinen Zulieferern fordere. Für Grammer selbst sei das Problem nicht so groß, weil Zuwächse bei anderen Herstellern kleinere Umsatzrückgänge bei Lieferungen an VW mehr als ausglichen. Weiter sagte er, Grammer halte Ausschau nach weiteren Übernahmezielen. Besonders im Fokus stünden dabei Unternehmen in den USA und in Asien, möglichst mit Technologien, über die Grammer heute so noch nicht verfüge, oder mit ergänzenden Produkten.
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