Ausbildungsmesse der Wirtschaftsjunioren im ACC erlebt 18. Auflage
Ohne Berührungsängste

Bei der Ausbildungsmesse immer ein Renner: das Friseur-Handwerk. Aber nicht nur Mädchen, sondern auch etliche männliche Interessenten tauchten an diesem Stand auf. In den drei Friseurklassen an der Amberger Berufsschule gibt es laut Fachlehrer Heinz Lederer derzeit fünf junge Männer, die diesen Beruf erlernen. Im ACC informierten am Dienstag 40 Unternehmen, Verbände und Berufsfachschulen über mehr als 150 Ausbildungsberufe. Bilder: Steinbacher (3)

Ob sie bei der Ausbildungsmesse im ACC bei den zukünftigen Azubis gut angekommen sind, zeigt den Betrieben vor allem ein Gradmesser: Wer Begeisterung gesät hat, bekommt schon in den nächsten Tagen eine schöne Portion Bewerbungen für eine Schnupperlehre.

Das sagt aus langjähriger Erfahrung Johann Schmalzl, der Geschäftsführer der Wirtschaftsjunioren, die diese Messe wieder organisiert haben und damit 1200 Schüler ins ACC lotsten. Die Zielgruppe beginnt eigentlich erst mit den 8. Klassen der Mittelschulen und den 9. Klassen bei Real- oder Wirtschaftsschulen, aber auch bei einigen 7. Klassen war das Interesse so groß, dass die Wirtschaftsjunioren sie einluden. "Bei den Gymnasien kamen sogar einige mehr als angemeldet waren, alleine 99 aus Sulzbach-Rosenberg", freute sich Johann Schmalzl über die gute Resonanz. Besonders gefiel ihm, "dass mehr Lehrer bei den Ständen waren als früher". Eine Gruppe, die einen großen Einfluss auf die Berufswahl der Jugendlichen habe, sei allerdings nicht in der gewünschten Anzahl vertreten: "Eltern würden wir gerne noch mehr herbringen."

Schon immer international


Neu war heuer das große Interesse aus Sprach- und Integrationskursen für Flüchtlinge. Rund 150 junge Migranten informierten sich über Ausbildungsmöglichkeiten. Laut Schmalzl zeigten sie großes Interesse an der Caritas-Altenpflegeschule oder am Hotel- und Gaststättengewerbe. Diese Branche könnte sie gut gebrauchen, sagt Hans-Reiner Heldrich, der stellvertretende Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Amberg-Sulzbach. "Das Problem dabei ist oft die Sprache, aber grundsätzlich würden wir diese jungen Leute gerne ausbilden." Er könne sich das gut parallel nebeneinander vorstellen: Sprachkurse zusammen mit "learning by doing" (Arbeitspraxis). Berührungsängste kenne die Branche da nicht: "Wir sind schon immer international." Bei vielen gehöre es dazu, einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren.

Der alte Traumberuf


Großen Zulauf erlebte der Stand, der über den Friseurberuf informierte. Ist das für viele Mädchen immer noch ein Traumberuf? "Ja", sagt Heinz Lederer, Fachlehrer an der Berufsschule in Amberg, "aber es wird sehr viel verlangt." So müsse man jetzt etwa wieder das Rasieren mit dem Rasiermesser lernen. Dass bei den Friseuren in der Region kein Mangel an Azubis herrsche, führt Lederer auch darauf zurück, dass die Berufsschule gleich in Amberg ist.

Wer eher Fernweh verspürt, konnte bei der Schnaittenbacher Reederei MST sein Glück versuchen. Eigentlich suchte die aber keine Seeleute, sondern Interessenten an einem dualen Studium in "Maritime Management" - natürlich mit guten Englischkenntnissen. Eine Mindestgröße von 1,65 Meter muss mitbringen, wer zur Polizei möchte. Wer kleiner ist, erfuhr von Jörg Pfab, dem Einstellungsberater der Polizeiinspektion Amberg, Tröstliches: Wenn er einen Vorabtest absolviert, kann auch unter diesem Maß problemlos Polizist werden.
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