Bayerischer und tschechischer Ministerpräsident besuchen Amberger Elektronikwerk
Seehofer und Sobotka segeln am Flaggschiff Siemens mit

Die Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Bohuslav Sobotka (vorne links in den weißen Mänteln) ließen sich von Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser (rechts, Zweiter von vorn im blauen Mantel) und einem Stab EWA-Vertreter zwei Stunden übers Thema Digitale Fabrik informieren. Bild: Steinbacher

Stell dir vor, zwei Regierungschefs kommen zur Werksbesichtigung und die Mitarbeiter haben gerade Pause. Das geht natürlich nicht. Beim Siemens-Elektronikwerk Amberg (EWA) schon gleich gar nicht. Schließlich ist es die Vorzeigefabrik des Weltkonzerns in Deutschland, die gestern Abend einmal mehr hohe Gäste empfing und dafür die Spätschichtpause gern etwas vorverlegte. Nach Kanzlerin Angela Merkel im Februar 2015 kamen der tschechische und der bayerische Ministerpräsident, Bohuslav Sobotka bzw. Horst Seehofer, zu einem zweistündigen Informationsbesuch, den erneut Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser leitete.

Klar ging es auch diesmal um das Zukunftsthema Industrie 4.0 und die digitale Produktion im EWA. Sie soll auch in tschechischen Siemens-Werken mit ihren über 9000 Mitarbeitern stärker Einzug halten. Diesen Wunsch formulierte Sobotka im Anschluss an die Werksbesichtigung auch gegenüber der Presse deutlich. Schließlich ist Siemens nach seinen Worten seit 125 Jahren am Markt des Nachbarlands vertreten, war bei vielen Entwicklungen und Neuerungen Partner und solle es auch bei der Digitalisierung sein. Dieses Thema "ist auch unsere Zukunft", forderte der sozialdemokratische Ministerpräsident einen Anteil daran, zumal seine Republik längst Industrieland sei.

Horst Seehofer freute sich zwar, dass die Begegnung mit den tschechischen Regierungsspitzen heute zur Normalität gehört, erinnerte aber auch daran, dass "das vor fünf Jahren noch anders war". Siemens bezeichnete er als das "Flaggschiff" der bayerischen Unternehmen mit einer erstklassigen Qualität, die sowohl für die Technik als auch "die Leute spricht, die hier arbeiten". Vor allem die Qualitätsquote des EWA von 99,998 Prozent beeindruckte ihn schwer.
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