Bayernland-Chef wirbt für Ambergs Mozzarella - Trotz Bergland-Krise auf Kurs
Deß räumt in Brüssel den Käse ab

Wenn Europaabgeordneter Albert Deß am Freitag seine Brüsseler Wohnung verlässt, um in die Neumarkter Heimat zurückzukehren, räumt er im Lebensmittelladen nebenan oft das Mozzarella-Regal leer. Dort am Hauptsitz der EU gibt es nämlich dieses Produkt aus der Amberger Bayernland-Käserei, das der CSU-Politiker schon aus Lokalpatriotismus gerne kauft. Und er hat dem verdutzten Händler kürzlich erklärt, dass der Mozzarella aus dem Herzen der Oberpfalz besser mundet als jedes italienische Pendant.

Dieses Bonmot lieferte der Vorstandsvorsitzende der Bayernland eG am Freitag bei der Generalversammlung des Unternehmens im ACC. Natürlich auch, um für die gute Qualität der Produkte nicht nur aus der Amberger Betriebsstätte an der Hans-Thoma-Straße zu werben. Sie soll ab 2017 vergrößert werden, wenn die benachbarten Jura-Werkstätten in ihren Neubau umgezogen sind und damit ihr bisheriges Grundstück für die Käserei-Erweiterung frei wird.

Den nötigen Tausch der Flächen haben die beiden Firmen längst vorgenommen, informierte Vorstandsmitglied Franz Kustner am Rande der Versammlung. Für diese Zukunftsinvestition in Amberg dankte OB Michael Cerny, der die Bayernland eG mit ihrer Käserei als "einen der wichtigen Arbeitgeber in der Stadt" bezeichnete. Doch trotz schwarzer Zahlen auch 2014 zum 19. Mal in Folge lief für das Unternehmen im vergangenen Jahr nicht alles glatt. Es musste unter seinem Dach "die Nachwehen der Insolvenz der Bergland Naturkäse GmbH in Lindberg verdauen", wie Aufsichtsratschef Herbert Sachs sagte. Dadurch, dass die Liegenschaft dort rasch veräußert werden konnte, sei man "mit einem blauen Auge aus der Sache rausgekommen" und habe "das Unternehmen auf Kurs gehalten" (Deß).

Durch die Bergland-Insolvenz - in guten Zeiten machte die GmbH 110 Millionen Euro Umsatz - sank der Gesamtumsatz um etwa 76 auf 572 Millionen Euro, informierte Hauptgeschäftsführer Gerhard Meier, der aber dennoch stolz eine Eigenkapitalerhöhung von 55,67 auf 55,92 Millionen Euro nannte. (Hintergrund)
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