Bilanzpressekonferenz der Genossenschaftsbanken
Robust durch harte Zeiten

Mit Stolz können wir sagen, dass unsere Banken auf einem sehr guten Fundament stehen und die Zukunft sicher meistern können.

So, wie die neun Genossenschafts-Banker zusammensitzen, hätten sie sich zu Beginn ihrer Laufbahn eines nie und nimmer träumen lassen: Negativzinsen. Die Herren schlagen sich in diesem schwierigen Umfeld jedoch wacker. Ernsthafte Sorgen macht ihnen etwas ganz anderes.

In der zurückhaltenden Wortwahl der Branche klingt das so: "In unsere Geschäftspolitik wird aufsichtsrechtlich immer tiefer eingegriffen." Der Satz stammt von Ambergs Volksbank-Raiffeisenbank-Vorstand Dieter Paintner in dessen Eigenschaft als Kreisverbands-Vorsitzender. Noch deutlicher wurde Franz Penker, Regionaldirektor des Genossenschaftsverbandes: "Zentralisierung und Dirigismus befördern vor allem eines: Gleichmacherei."

Steigerungen notiert


Die Genossenschaftsbanken sehen sich zunehmend gegängelt, obwohl gerade sie sich eigentlich als recht robust gegenüber der Nervositäten und Anfälligkeiten des Kapitalmarktes erwiesen haben.

Paintner präsentierte am Mittwoch in der Bilanzpressekonferenz des Kreisverbandes, dem fünf Mitglieder angehören, Zahlen, die ihn zu dem Schluss kommen lassen, sich "in einem rauen Umfeld gut" zu behaupten und "ein erneut zufriedenstellendes Geschäftsergebnis eingefahren" zu haben. Die Zahlen, die der Kreisvorsitzende auch für seine wirtschaftlich selbstständig agierenden Vorstandskollegen vorstellte, sind bis auf eine Ausnahme von Steigerungsraten geprägt.

Der Minus-Posten


Lediglich - wen wundert's angesichts der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank? - das klassische Zinsgeschäft verzeichnet ein Minus von 100 000 Euro. Ansonsten ist das Volumen durchweg angestiegen. So belief sich der Gesamtumfang der Kundengeschäfte im zurückliegen Jahr auf 1,043 Milliarden Euro, was einem Plus von 6,1 Prozent entspricht (Landesschnitt plus 5,9).

Angesichts der vorgestellten Eckdaten klang durchaus an, dass die Genossenschafts-Banker schon stolz darauf sind, sich einigermaßen unbeschadet durch die Nullzins-Politik der EZB zu wirtschaften. Das Geschäftsmodell dieser regional verankerten und aufgestellten Kreditunternehmen erweise sich nicht nur als tragfähig, sondern auch als relativ robust gegenüber den nervösen, global verursachten Schwankungen der Kapitalmarktbanken.

Solide abgesichert (Kernkapitalquote 15,6 Prozent, Eigenmittelquote 19,47 Prozent, haftendes Eigenkapital 173 Millionen), könnten die Kreisverbands-Mitglieder "bereits jetzt Vollzug melden", streifte Paintner kurz die sogenannten Basel-III-Auflagen zur Krisenprävention der Branche. Andere Häuser müssten sich da "noch intensiv bemühen". "Mit Stolz können wir dazu sagen, dass unsere Banken auf einem sehr guten Fundament stehen und die Zukunft sicher meistern können", macht sich Paintner hier keine Sorgen.

Allerdings rechnen er und seine Vorstandskollegen damit, dass die derzeitige EZB-Geldpolitik noch einige Zeit anhält. Soll heißen: Leichter wird das Geschäft mittelfristig nicht. Dennoch seien - wie im vergangenen Jahr zwischen Amberg und Weiden andiskutiert - Fusionen, egal auf welcher Ebene, aktuell kein Thema mehr, stellte Paintner klar. Eines der gewichtigen Pfunde in der Geschäftspolitik der Genossenschaftsbanken ist deren Präsenz in der Fläche und damit auch in kleineren Gemeinden.

Sehr vorsichtig geäußert


Diese Form der Kundennähe steht angesichts der schwierigen Ertragslage der Kreditunternehmen zunehmend häufiger zur Disposition. Die regionalen Genossenschaftsbanken sehen darin aber offenbar bisher lediglich eine Option. Paintner drückte sich in diesem Punkt sehr vorsichtig aus und stellte es in das Ermessen der jeweiligen Mitglieder, die Geschäftsstellendichte der "Veränderung der Kundenbedürfnisse anzupassen".

In unsere Geschäftspolitik wird aufsichtsrechtlich immer tiefer eingegriffen.Dieter Paintner


Mit Stolz können wir sagen, dass unsere Banken auf einem sehr guten Fundament stehen und die Zukunft sicher meistern können.Dieter Paintner, Vorsitzender des Kreisverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken
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