Delegiertenversammlung der IG Metall
Ein Rekord und ein Lichtblick

Wir kommen jetzt aus einem tiefen Tal heraus.

Die Bilanz kann sich sehen lassen. Die IG Metall hat laut 1. Bevollmächtigtem Horst Ott einen neuen Rekord aufgestellt. Aktuell gibt es 15 887 Mitglieder. So viele wie noch nie. Auch die Finanzsituation stellt sich vor den nächsten Tarifauseinandersetzungen als sehr gut dar.

/Neustadt. Nicht zuletzt durch die Gewinnung neuer Betriebe, in denen die IGM Fuß fasste, habe man eine stabile Entwicklung bei Mitgliedern und Finanzen erreichen können, sagte Ott bei der Delegiertenversammlung. Die Amberger Verwaltungsstelle deckt die mittlere und nördliche Oberpfalz ab und hat nun 15 887 Mitglieder. Das waren laut Ott 3500 Neuaufnahmen in vier Jahren. "Da ist natürlich noch Luft nach oben", gab sich ein gut gelaunter Ott optimistisch. Und: Es spreche für die Treue jener Mitglieder, die nach Entlassung oder Wechsel in neue Arbeitsplätze nicht austreten.

Deutliche Kampfansage


Eine positive Entwicklung, neben der Luitpoldhütte, sieht Ott bei Hosen Hiltl. Umso bedauerlicher sei, dass die Oberviechtacher Firma Saurer abgewickelt werde. Der ranghöchste regionale Funktionär rechnet mit Neugründungen von Betriebsräten: "2016 wird da viel passieren." Man habe die Weichen für die neue Periode, für die Delegierte am Freitag, 18. März, zu wählen sind, entsprechend gestellt.


Mit dem Kassenbestand von über 570 000 Euro gegenüber 306 000 Euro im Jahr 2011 sei man für bevorstehende Streikmaßnahmen gut gerüstet. Dies wollte Ott bei der Versammlung im Kongresszentrum als deutliches Signal an die Adresse der Arbeitgeber verstanden wissen.
2. Bevollmächtigter Udo Fechtner erläuterte den Fahrplan für die Tarifverhandlungen in Bayern. Zum Auftakt am Mittwoch, 16. März, werde man von der Verwaltungsstelle Amberg drei Busse zur Auftaktkundgebung in Nürnberg einsetzen und so die Forderungen unterstützen. Die Delegierten stimmten in der Versammlung am Freitag im ACC dem Vorschlag des Ortsvorstands bei nur einer Gegenstimme zu. Demnach sieht die IGM-Tarifforderung 2016 der bayerischen Metall- und Elektroindustrie wie folgt aus: Erhöhung der Entgelte im Gesamtvolumen von sechs Prozent mit einer sozialen Komponente. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Zurück in Luitpoldhütte


Der Betriebsratsvorsitzende der Luitpoldhütte, Christian Zwack, schilderte kurz die Lage im Betrieb. "Wir kommen jetzt aus einem tiefen Tal heraus." Der neue Inhaber sei durchaus ein Wunschkandidat gewesen. Es gebe keine 40-, sondern eine 37,5-Stunden-Woche. Die Lohneinbußen halten sich laut Zwack in Grenzen. Man verliere im Durchschnitt 150 Euro brutto und verzichte drei Jahre auf Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Bei den Zukunftsperspektiven könne man das in Kauf nehmen, sagte Zwack. Er beklagte den Verlust von 115 Leuten, von denen zwischenzeitlich wieder fünf zurückgeholt worden seien.
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