Deutlich mehr Arbeitslose
Schuld ist nur der Winter

Vor einigen Monaten sahen ihre Prognosen deutlich düsterer aus - die gute Konjunktur sorgt aber inzwischen wieder für mehr Zuversicht. Der deutsche Arbeitsmarkt dürfte weiter rund laufen - mindestens bis zum Frühsommer. Amberg ist da keine Ausnahme. Auch wenn die Quote deutlich gestiegen ist.

Im Bezirk der Amberger Arbeitsagentur ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar deutlich gestiegen. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Monatsbericht hervor. Innerhalb von gut vier Wochen erhöhte sich demnach die Summe der gemeldeten Personen um rund 590. Das entspricht etwa 30 Prozent. Mitte des Monats waren 2570 Frauen und Männer registriert - 80 weniger als im Januar 2015.

Vor einem Jahr 4,8 Prozent


Die Quote kletterte von 3,5 Prozent im Dezember auf 4,6 Prozent im Januar. Vor zwölf Monaten lag dieser statistische Wert bei 4,8 Prozent. Im Laufe des Januars meldeten sich laut der Mitteilung 1040 Personen arbeitslos, 420 mehr als im Dezember. "Infolge des alljährlichen saisonal bedingten Beschäftigungsrückgangs, der insbesondere das Bau- und Baunebengewerbe betrifft, ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar deutlich angestiegen", kommentiert der Leiter der Geschäftsstelle, Franz Elsner. Weniger betroffen seien wiederum die Beschäftigten im Ausbaugewerbe, da in diesem Bereich die Auftragsbücher der Betriebe vor allem wegen energetischer Sanierungen gut gefüllt seien.

Wir stellen uns aber auch darauf ein, dass in bestimmten Engpassberufen auch ausländische Fachkräfte zur Dämpfung des Fachkräftemangels beitragen können.Franz Elsner, Leiter der Amberger Agentur für Arbeit

Bei der Nachfrage nach Arbeitskräften verhalten sich die Betriebe laut Elsner derzeit wegen der winterlichen Witterung noch zurückhaltend, wobei insbesondere Elektro- und Elektronik-Fachkräfte sowie Heizungs- und Sanitärfachleute wie in den vergangenen Monaten weiter gesucht werden. Über gute Einstellungschancen verfügen nach wie vor Metallfachkräfte, vor allem mit CNC-Kenntnissen oder Schweißprüfung.

Ausländer eine Option


Unabhängig von der saisonbedingt stagnierenden Kräftenachfrage stellt sich die Arbeitsagentur bereits heute auf eine stark zunehmende Fachkräftenachfrage im Frühjahr ein. Dabei kommt es laut Elsner verstärkt auf berufliche Weiterbildung an, um den Unterschied zwischen den Qualifikationsanforderungen und den vorhandenen Kenntnissen abzubauen und Personen mit unzureichenden beruflichen Kenntnissen fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft zu machen. Elsner: "Wir stellen uns aber auch darauf ein, dass in bestimmten Engpassberufen auch ausländische Fachkräfte zur Dämpfung des Fachkräftemangels beitragen können."

Im gemeinsamen Stellenpool der Arbeitsagentur und des Jobcenters waren im Januar rund 550 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, rund 160 mehr als im Januar des vergangenen Jahres.
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