Die Zukunftspläne des Grammer-Konzerns
Wachstumskurs festigen

Im Grammer-Werk in Haselmühl werden jeden Tag bis zu 3000 gefederte Fahrzeug-Sitze für den europäischen Markt produziert. Bilder: Hartl (2)
 
Der Standort in Haselmühl ist und wird ein zentraler Baustein im Verbund unseres weltweiten Fertigungsnetzwerks bleiben, solange wir an diesem Standort zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren können.
Amberg: Grammer AG |

Grammer hat gerade einen Lauf. Die Folgen der Autokrise 2008/2009 sind längst überwunden. Das Unternehmen verzeichnet einen Rekord nach dem anderen. Ein Interview über die Ursachen des Erfolgs und die Pläne für die Zukunft.

Im Geschäftsjahr 2015 steht ein Umsatz von 1,43 Milliarden Euro zu Buche - die fünfte Bestmarke in Folge (wir berichteten). Unternehmenssprecher Ralf Hoppe stellte sich den Fragen der Redaktion.

Grammer hat sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich entwickelt. Was sind die Gründe für den Aufwärtstrend?

Ralf Hoppe: In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen zu einem echten Global Player entwickelt. Wir haben in allen Regionen unsere Präsenz ausgebaut und die Kapazitäten weltweit stark erweitert. Unsere gute internationale Position spiegelt sich auch in unserer wirtschaftlichen Entwicklung wider. Dank der intensiven Arbeit und des hohen Einsatzes unserer Mitarbeiter an 38 Standorten weltweit ist es uns gelungen, die internationale Ausrichtung, die Wettbewerbsposition sowie die Innovationskraft des Konzerns weiter auszubauen und somit auch eine hervorragende Basis für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens für die nächsten Jahre zu schaffen.

Entstehen durch die gut laufenden Geschäfte jetzt wieder neue Arbeitsplätze?

Um zukünftig weiter erfolgreich im globalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen die Zulieferer in der Automobil- und Nutzfahrzeugbranche noch mehr in ihre internationale Präsenz investieren. Unsere Kunden produzieren ihre Fahrzeuge verstärkt in den Wachstumsregionen außerhalb Europas. Dies bietet auch für die Zulieferer gute Wachstumschancen, die wir auch weiter nutzen wollen. Unsere steigenden Geschäftsvolumina bedeuten selbstverständlich auch höhere Fertigungskapazitäten und neue Standorte im In- und Ausland.

Aktuell beschäftigt Grammer weltweit nun schon über 12 000 Mitarbeiter. Erfreulich ist aber auch, dass wir nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland die Zahl der Beschäftigten in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht haben. Zusammen mit der Reum-Gruppe, die wir Ende letzten Jahres akquiriert haben, arbeiten heute mehr als 3000 Mitarbeiter in Deutschland und dies ist auch notwendig, um das internationale Wachstum mit hochqualifizierten Arbeitsplätze zu realisieren und abzusichern.

Können Sie insgesamt eine Prognose geben? Würden Sie für uns in drei Sätzen formulieren, für was oder wo Grammer 2020 stehen will?

Grammer wird das hohe Wachstums- und Ertragspotenzial aufgrund unserer breiten Aufstellung in allen Regionen und Branchen auch zukünftig weiter erfolgreich realisieren können. Wir sehen uns als Innovationsführer bei unseren Produkten und als global aufgestellter Lieferant für die Automobilindustrie im Premiumsegment sowie die Nutzfahrzeughersteller. Diese Position wollen wir mit gezielten Investitionen weiter stärken.

Als attraktiver Arbeitgeber im In- und Ausland wollen wir für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessante, faire und zukunftssichere Arbeitsplätze in der gesamten Grammer-Gruppe bieten können.

Wie werden sich die Standorte Haselmühl und Immenstetten in den nächsten Jahren weiter entwickeln?

Im Werk Immenstetten wurde bereits im Jahr 2010 die gesamte Produktion an andere Standorte verlagert. An diesem Standort sind noch verschiedene Funktionen aus Entwicklung, Vertrieb und Einkauf angesiedelt, welche aber in den bestehenden Räumlichkeiten nicht mehr zeitgemäß untergebracht sind. Mittlerweile haben wir die Immobilien an diesem Standort an einen benachbarten Unternehmer verkauft. Wir werden aber die für uns notwendigen Hallen und Bürogebäude in Immen-stetten zunächst noch weiter nutzen.

Die Grammer AG hat im Werk Haselmühl in den letzten Jahren hohe Investitionen getätigt. In Haselmühl werden jeden Tag bis zu 3000 gefederte Fahrersitze für den europäischen Markt gefertigt. Darüber hinaus entstehen dort auch die Metallstrukturen für die neueste Generation der Grammer Lkw-Sitze. Jedes unserer weltweit mehr als 30 Produktionswerke steht im internen Wettbewerb um neue Projekte und Investitionen. Der Standort in Haselmühl ist und wird ein zentraler Baustein im Verbund unseres weltweiten Fertigungsnetzwerks bleiben, solange wir an diesem Standort zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren können.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der benachbarten OTH?

Mit der OTH arbeiten wir neben einem breiten Netzwerk von nationalen und internationalen Hochschulen seit langem eng und vertrauensvoll zusammen. Wir sind über die fachliche Nähe als Partner in diverse Projekte mit der OTH eingebunden. Allerdings fehlen im Lehrumfang der OTH für uns auch einige wichtige Schwerpunkte.

Vonseiten der Stadt wird ein neues Parkhaus zwischen OTH und Grammer mit Brückenschlag zur Altstadt ins Gespräch gebracht. Wie steht Ihr Unternehmen zu diesem Projekt?

Ein neues Parkhaus würde die Attraktivität der Stadt Amberg sicherlich erhöhen. Wir möchten uns allerdings als Unternehmen zu den Überlegungen oder Planungen für mögliche Infrastrukturprojekten der Stadt Amberg nicht äußern.
Der Standort in Haselmühl ist und wird ein zentraler Baustein im Verbund unseres weltweiten Fertigungsnetzwerks bleiben, solange wir an diesem Standort zu wettbewerbsfähigen Kosten produzieren können.Ralf Hoppe, Sprecher der Grammer AG
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