Eigentümer des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses in Insolvenz - Liegenschaft wird ...
Golden Gate geht das Geld aus

In Leipzig hat Golden Gate laut eines Sprechers die Arbeiten eingestellt. Der in Amberg geplante Kreisel soll trotzdem gebaut werden. Bild: wsb
Das Schild vor dem Haupteingang weist seit fast auf den Tag genau vier Jahren auf den neuen Besitzer hin. Die Münchener Golden Gate AG hatte das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus-Gelände zuvor für 4,6 Millionen Euro erworben. Seitdem ist dort einiges passiert. Doch jetzt ist die Gesellschaft pleite.

"Die Liegenschaft in Amberg liegt in einer eigenen Gesellschaft der Golden-Gate-Gruppe und ist aktuell von der Insolvenz der Muttergesellschaft nur indirekt betroffen", teilte Dr. Hans Volckens am Montag auf Nachfrage mit. Der Jurist ist auf die Sanierung von Immobilien-Gesellschaften spezialisiert und mit sofortiger Wirkung alleiniger Geschäftsführer der Golden Gate GmbH sowie der Tochtergesellschaften. Sein Vorgänger Uwe Rampold, der den Ambergern in der Vergangenheit als Ansprechpartner diente, hat sein Amt parallel dazu niedergelegt.

Mehrere Mieter gefunden

Seit dem Kauf des Areals an der Köferinger Straße mietete sich unter der Regie von Golden Gate die Bundeswehr mit dem Sanitäts-Zentrum ein, zudem verlegte Siemens die Entwicklungsabteilung in das ehemalige Krankenhaus und der Bezirk findet bis zum Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie eine Bleibe - zumindest auf den ersten Blick kein Draufzahlgeschäft. "Ja, wir generieren in Amberg Einnahmen", bestätigte Volckens, ohne Zahlen zu nennen.

Die Ursachen für die Zahlungsunfähigkeit liegen wohl in Leipzig. Dort erwarb Golden Gate das aufgegebene Bundeswehrkrankenhaus, das es nur im Paket mit Amberg zu kaufen gab. Den Beginn machte die Gesellschaft in Sachsen, wo, wie an der Köferinger Straße, ein hochspezialisiertes orthopädisches Fachzentrum für künstliche Gelenke entstehen sollte. Doch soweit kam es nicht. Auch die Pläne, in den Leipziger Gebäuden Flüchtlinge unterzubringen, haben sich laut AZ-Informationen zerschlagen.

Offiziell heißt es dazu in einer Mitteilung: "Die Golden Gate GmbH ist insolvenzrechtlich überschuldet und zahlungsunfähig. Am 11. Oktober 2014 wird zudem eine im April 2011 begebene Unternehmensanleihe in Höhe von nominal 30 Millionen Euro zuzüglich Zinsen in Höhe von 1,95 Millionen Euro fällig." Alle vom bisherigen Management unternommenen Versuche einer Refinanzierung der Anleihe seien gescheitert. Auch der geplante Verkauf der Leipziger Liegenschaft sei geplatzt.Die Projektentwicklung in Amberg sei aufgrund ihrer rechtlichen und immobilienwirtschaftlichen Komplexität in ihrem aktuellen Zustand nur schwer kurzfristig veräußerbar.

GmbH abtrennen

Will Golden Gate das alte Bundeswehrkrankenhaus tatsächlich wieder loswerden? Geschäftsführender Gesellschafter Hans Volckens formulierte es so: "Die konkreten weiteren Planungen bezüglich dieser Liegenschaft werden mit den Gläubigern abzustimmen sein." Ziel sei es, die für die 58 Miet-Appartements zuständige Park-Campus GmbH Amberg aus dem Insolvenzverfahren herauszuhalten und die Liegenschaft weiterzuentwickeln, um sie "gegebenenfalls zu verkaufen". (Angemerkt)
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