Finanzamt Amberg nimmt mehr als 800 Millionen Euro ein
Rekord nur knapp verfehlt

(Foto: hs)

Den Rekord von 2015 hat das Amberger Finanzamt diesmal nicht gebrochen, trotzdem war 2016 wieder ein sehr gutes Jahr. Bei der Erbschaftssteuer verzeichnet die Behörde erneut eine für den Staat erfreuliche Steigerung.

Allein für den Amberger Bereich konnte der Leiter des Finanzamts, Friedbert Seidel, ein Steueraufkommen von rund 838 Millionen Euro vermelden. Nach drastischen Steigerungen 2014 in Höhe von 9,5 und 2015 von noch einmal fast 8 acht Prozent lag das Aufkommen laut Seidel 2016 nur knapp (etwa 1,5 Prozent) unter dem Rekordniveau des Vorjahres. Dies sei im Wesentlichen auf einen deutlichen Gewinnrückgang bei den Steuerpflichtigen mit gewerblichen Einkünften und den sogenannten selbstständigen Berufen um mehr als 25 Prozent zurückzuführen. Allerdings nach einem sehr starken Anstieg 2015 in Höhe von 28,7 Prozent.

Weniger Einkommensteuer


Im Einzelnen verzeichnet das Amberger Finanzamt bei der Einkommensteuer ein Absinken von 87,4 Millionen auf 65,2 Millionen Euro (25,7 Prozent). Auf der anderen Seite stieg die Lohnsteuer um rund 1,7 Prozent von 206,8 Millionen auf 210,3 Millionen Euro. Die Umsatzsteuer kletterte von 241,7 Millionen auf 249,1 Millionen Euro (Plus 3,1 Prozent) und die Körperschaftsteuer von 76,8 auf 80,7 Millionen (plus 4,8 Prozent). Die Erbschaftssteuer erhöhte sich um noch einmal 1,2 Prozent von 175,6 auf 177,7 Millionen Euro.

Besonders erfreulich fand Friedbert Seidel die weitere Zunahme der Lohnsteuer. Dies zeige, dass die Arbeitnehmer sich auch 2016 über eine stabile Beschäftigungslage und Lohnzuwächse - bei einer sehr niedrigen Inflationsrate - hätten freuen können. Der Anstieg der Umsatzsteuer stehe dafür, dass die Bürger weiter einen großen Teil ihrer Mittel für den Konsum ausgeben.

Die Mitarbeiter im Servicezentrum können Papiersteuererklärungen nur noch annehmenFriedbert Seidel, Leiter des Amberger Finanzamts


Zum sehr guten Gesamtergebnis haben laut Seidel bei der Amberger Behörde knapp 250 Beschäftigte beigetragen. Ausgelöst durch über 220 Zu- und Abgänge im Stammpersonal in den vergangenen vier Jahren, seien auch im zurückliegenden Jahr wieder häufige organisatorische Veränderungen und erhebliche Umsetzungen zu bewältigen gewesen. Ebenso binde die Ausbildung von zur Zeit 53 Anwärtern am Amberger Amt erhebliche personelle Kapazitäten.

Derzeit befinden sich 53 Nachwuchskräfte am Finanzamt Amberg in der Ausbildung. Davon absolvieren in der dritten Qualifikationsebene (früher "gehobener Dienst") 31 Beamtenanwärter ein dreijähriges duales Studium. Die weiteren 22 Anwärter durchlaufen in der 2. Qualifikationsebene (früher "mittlerer Dienst") die zweijährige duale Ausbildung.

Seit dem Erstbezug des Dienstgebäudes am Kirchensteig im Jahr 1988 mit damals etwa 200 Beschäftigten hat sich nach Darstellung seines Leiters in technischer, organisatorischer und personeller Hinsicht vieles getan. So werden seiner Aussage nach bis Ende Mai die derzeit laufenden Bauarbeiten für die notwendige Erweiterung und Modernisierung der Poststelle abgeschlossen sein.

Weiter sei im Sommer unter Federführung des Staatlichen Bauamts eine Modernisierung der inzwischen 30 Jahre alten Heizzentrale für die drei Gebäude am Kirchensteig geplant. Der Behördenchef bittet bereits jetzt die Besucher um Verständnis für so manche Beeinträchtigung durch Schmutz und Lärm wegen der umfangreichen Baumaßnahmen.

Er wird gescannt


Darüber hinaus vollzieht das Finanzamt Amberg eine bayernweite Änderung im Ablauf des Besteuerungsverfahrens: Voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2017 werden sämtliche nicht elektronisch eingereichten Steuererklärungen sofort nach Eingang beim Finanzamt Amberg dem zentralen bayerischen Scan-Zentrum in Wunsiedel zugeführt und dort eingescannt. Die in Papierform vorliegende Steuererklärung muss also erst in elektronische Daten umgewandelt werden, bevor sie am Finanzamt bearbeitet werden können. "Die Mitarbeiter im Servicezentrum können deshalb Papiersteuererklärungen nur noch annehmen, jedoch nicht mehr - wie bisher - im Beisein der Bürger abschließend bearbeiten", macht Seidel deutlich.

Eine Änderung ergibt sich zum 1. Februar auch bei den Öffnungszeiten für das Servicezentrum. Diese stellen sich dann wie folgt dar: Montag und Dienstag 7.30 bis 13.30 Uhr, Mittwoch 7.30 bis 12 Uhr, Donnerstag 7.30 bis 16.30 Uhr und Freitag 7.30 Uhr bis12 Uhr.

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