Früh- und Nachsorgemodell Harlekin am Klinikum Amberg
Interesse am Harlekin-Projekt

Der Vorstand von Flika und der Verwaltungs-Chef des Klinikums an einem Tisch: Da nutzte Dr. Alexander Schnelke, Oberarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche von St. Marien, die Gunst der Stunde, um das Projekt Harlekin vorzustellen. Die Idee dazu habe die Frühförderstelle der Lebenshilfe an die Kinder- und Jugendklinik herangetragen. Dieses Nachsorgemodell für Kinder (Früh- und Risikogeburten oder mit perinatalen Erkrankungen) nach der Entlassung aus der stationären Behandlung war 2003 am Klinikum München-Harlaching gestartet worden. In der Oberpfalz gibt es bislang lediglich einen Harlekin-Standort: Regensburg (seit 2008).

Wichtig sei, dass die Nachsorge in Form von Hausbesuchen im Tandem erfolge: die Frühförderstelle decke den bindungs- und entwicklungsorientierten Teil ab, "der pflegerische Schwerpunkt liegt bei uns". Schnelke hob drei Aspekte heraus: hohe Effektivität, ökonomisch und für alle eine Win-win-Situation. "Das Projekt ist sehr niederschwellig angesetzt", betonte er. "Wer nach einer Hilfe positive Erfahrungen gemacht hat, nimmt Hilfe später eher an." Für Harlekin werde eine Anschubfinanzierung für drei Jahre (45 000 bis 50 000 Euro pro Jahr) gewährt, danach erfolge ein Übergang in die Regelfinanzierung, die nach Angabe des Oberarztes "vielleicht um zehn Prozent niedriger ist", vermutete der Mediziner.

Für ihn stelle sich die Frage, ob es Harlekin in Amberg geben wird und wenn ja, unter welcher Trägerschaft. "Ich denke, es ist eine gute Idee, es wird ganz viele Kinder geben, die davon profitieren", warb er für das Projekt. Die Unterstützung des Klinikums sicherte Vorstand Manfred Wendl dahingehend zu, dass für Harlekin bestehende Strukturen (Schnelke hatte diesbezüglich EDV, Räume, Heizung und Strom genannt) genutzt werden könnten. Auch die neue Flika-Vorsitzende Margit Meier zeigte sich aufgeschlossen gegenüber dem Projekt. Vereinbart wurde, ein Gespräch mit der Lebenshilfe zu führen. (san)
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