Gerüchte und Wahrheit um Geschäftsschließungen in der Altstadt
Einer macht zu, zwei andere nicht

Schon die Schaufenster sagen es deutlich: Esprit schließt, der Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe läuft. Bilder: Hartl (2)

Es hörte sich nach zwei schlechten Nachrichten für die Altstadt an: Die erste stimmt; die zweite, die wohl die gravierendere gewesen wäre, nicht. Deshalb erst mal Entwarnung: Nein, die beiden großen Modeläden am Marktplatz im selben Haus, Vero Moda und Jack & Jones, schließen nicht.

Das war in den vergangenen Tagen aus manchen Ecken zu hören. Wohlgemerkt: Es waren nur Gerüchte, deren Wahrheitsgehalt von vornherein anzuzweifeln war. Nun stellt sich heraus: Es ist nichts dran. "Absolut null - überhaupt kein Thema", sagt Dr. Ulrich Schmid, der Eigentümer des Gebäudes Marktplatz 3, das einst die Sparkasse, Lindex und zuletzt den Buchhändler Hugendubel beherbergt hatte. Gerade für die Ansiedlung von Vero Moda und Jack & Jones ist das Haus ja aufwendig umgebaut und erneut saniert worden.

"Reine Luftnummer"


"Warum sollten die zumachen? Dann müssten sie das Ding ja leerstehen lassen", betont Schmid und beruft sich auf seinen langjährigen Mietvertrag, den er mit beiden Filialisten gemacht hat. Vor diesem Hintergrund geht er davon aus, dass eine Schließung keinen Sinn ergibt. Auch von den Mietern beziehungsweise ihren Zentralen, wo solche Entscheidungen getroffen werden würden, hat er bislang nichts dergleichen gehört. "Das ist eine reine Luftnummer", sagt Schmid klipp und klar und kann sich in gewisser Weise erklären, woher solche Aussagen vielleicht kommen. Auch als Königseder die Schließung seines Geschäfts am Marktplatz ankündigte, habe es Vermutungen gegeben, die Firma würde wohl komplett zumachen und nicht nur ihren Standort verlegen.

Esprit macht wirklich zu


Schmid glaubt, dass sich in dem Zuge mancher Gedanken über die gleich schräg gegenüberliegenden Läden gemacht hat und Spekulationen über deren Zukunft anstellte. So entstanden vermutlich Gerüchte, die beim Weitererzählen noch eins draufsetzen, indem alle Einschränkungen unter den Tisch fielen und am Ende auch der Wahrheitsgehalt.

Bei der eingangs genannten anderen Nachricht ist das allerdings nicht so. Sie stimmt: Die Filiale von Esprit in der Georgestraße schließt tatsächlich. Und zwar mit Ende ihres Mietvertrags nach zehn Jahren voraussichtlich im Sommer. Doch auch hier hat die Aufgabe nach Auskunft des Franchise-Nehmers nichts mit schlechtgehenden Geschäften zu tun. Der Mann aus Bayreuth sagte der AZ, dass es an seinem Alter liege. Er sei mittlerweile 66 und habe sich eben überlegt, nicht noch einmal einen Mietvertrag über zehn Jahre zu unterzeichnen.
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