Geschäftsbericht der Gewerbebau Amberg
Run auf noch offene Flächen

Von Weiden bis Amberg wären die rund 5000 Lkw Stoßstange an Stoßstange gestanden: So viel Erdreich fiel bei der Bodensanierung des Baumanngeländes an. Rund 100 000 Tonnen, davon 80 000 mit Teerschlämmen kontaminiert, mussten abgetragen werden. Die Lärm-, Staub- und Geruchsbelästigung der Anlieger im Sommer war enorm. Sie ertrugen es relativ gelassen. Jetzt gibt es eine Baugenehmigung für das Areal, und ein Nachbar zieht vor Gericht. Bild: Steinbacher
 
Ich stehe dazu. Die Übernahme des Baumanngeländes in städtische Obhut war richtig.

Notartermin war am 8. Januar 1991. Seither gibt es die Gewerbebau Amberg. 2015 hat sie "eines der anspruchsvollsten Geschäftsjahre" verzeichnet. An neuen Plänen mangelt es nicht, an frei verfügbaren Flächen schon.

Das Industriegebiet Nord ist nach dem Verkauf des letzten freien Grundstücks "vollständig belegt", in Süd gibt es nur noch ein Fremdgrundstück, im Stadtosten (Franzosenäcker) tut sich viel und im Westen (Kastnerstraße) läuft der Verkauf blendend. Diese Bilanz zog am Montag Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik und übte sich im 25. Jahr des Bestehens der kommunalen Tochter in Bescheidenheit.

Komplimenten, die ihm die großen Fraktionen im Anschluss an seine Ausführungen machten, war er zuvorgekommen. Seinen Geschäftsbericht zum zurückliegenden Jahr sieht Brandelik als "einen Beleg dafür", dass der Stadtrat mit der Gründung der Gewerbebau "das richtige Instrument geschaffen hat, um flexibel und schlagkräftig an der Optimierung unseres wertvollen Wirtschaftsstandortes und damit an einer der wichtigsten Existenzgrundlagen" von Amberg zu arbeiten.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld beschrieb der Immobilien-Fachmann als überaus günstig. Der exportorientierte Maschinenbau floriere, die Bauwirtschaft laufe bestens, Dienstleistungen und Tourismus hätten die Erwartungen "deutlich übertroffen". Lediglich der Handel und die Gastronomie würden stagnieren. Vor diesem Hintergrund verwundere es nicht, dass die ortsansässigen Mittelständler des produzierenden Gewerbes so weit möglich ihre angestammten Firmenstandorte erweitert hätten. Einziger Wermutstropfen dieser positiven Entwicklung: Dort sind noch freie Areale rar bis ausverkauft.

Es ist geschafft


So ist auch das Gewerbegebiet Gailoh bereits ausgebucht, eine restliche Freifläche an der Fleurystraße hat sich Grammer als Optionsfläche gesichert. Etwas Kopfzerbrechen bereiten Brandelik lediglich Leerstände bei Handelsobjekten an der Fuggerstraße. Auf den Magen hatte sich bei ihm eingestandenermaßen phasenweise sogar das Baumanngelände geschlagen. Am Montag bekannte der Gewerbebau-Geschäftsführer jedoch erleichtert: "Ich stehe dazu. Die Übernahme (...) war richtig", und inzwischen könne mit Fug und Recht von einer "Erfolgsgeschichte" gesprochen werden.

Alleine gestemmt


Dazu hatte jedoch ein Brocken aus dem Weg geräumt werden müssen, der in seiner "Dimension am Ende sogar unsere schlimmsten Befürchtungen übertroffen hat". Die zurückliegende Altlastensanierung von Rauchgas-Teerschlämmen im Boden. Auf 5,2 Millionen Euro veranschlagt, seien wegen "fast täglich eintreffender Hiobsbotschaften" letztendlich Kosten von acht Millionen Euro ohne jeden Cent an Zuschüssen aufgelaufen. "Eine betriebswirtschaftliche Katastrophe." Doch offenbar ist sie überstanden. Denn Brandelik verlor kein weiteres Wort darüber, sondern dankte für den Langmut, den die Anlieger und Kunden der dort ansässigen Dienstleister aufgebracht hätten. Die Bodensanierung habe immerhin ein Volumen von 100 000 Tonnen, 80 000 davon kontaminiert, umfasst, das entspricht etwa 5000 Lkw-Ladungen.

Und jetzt das


Umso mehr verwundere die Gewerbebau nun, dass ein Anlieger angesichts "einer endlich bereinigten Altlast, eines geordneten Neubaus und aufgeräumter Verhältnisse gegen unsere Baugenehmigung klagt". Optimistisch stimmen hingegen Brandelik "Arbeitsgespräche" zur Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebietes mit Ursensollen westlich von Amberg. Es gebe vertrauliche bis anonyme Anfragen mit einem Flächenumfang im mittleren fünfstelligen Quadratmeter-Bereich, und die Verhandlungen mit der Nachbarkommune verliefen aussichtsreich.

Es bewegt sich was


Eine "positive Dynamik" bescheinigt der Immobilien-Entwickler auch dem Projekt Neue Münze (ehemaliges Forum), zu dem sich Brandelik allerdings nicht detaillierter äußerte. Nur so viel: Es herrsche "deutlich positiver Zuspruch" bei Nachbarn, die angesichts des vorgelegten Konzepts (wir berichteten) "bereits über eigene Sanierungsmaßnahmen" nachdenken würden.
Ich stehe dazu. Die Übernahme des Baumanngeländes in städtische Obhut war richtig.Karlheinz Brandelik, Gewerbebau-Geschäftsführer
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