Gewerbe statt Wohnungen
Bergsteig zeigt zweites Gesicht

Im Hintergrund die Glasfabrik, vor ihnen die Zukunft des Gewerbegebiets am Bergsteig: Mit OB Michael Cerny (Zweiter von rechts) und weiteren Ehrengästen griff Firmeninhaber Erwin Voit (Dritter von rechts) am Montag selbst zum Spaten. Das war der Auftakt für das Millionen-Projekt in der Egerlandstraße. Bild: Hartl

Erwin Voit hat am Bergsteig noch viel vor. Der Inhaber des Betonwerks lässt derzeit eine 1550 Quadratmeter große Halle bauen, die er vermietet, um im Stadtteil Gewerbe anzusiedeln. Gut ein Dutzend Arbeitsplätze sollen so nach Amberg kommen. Auch an die Erweiterung der eigenen Firma ist gedacht.

Seit 1913 gibt es das Unternehmen am Bergsteig, das Erwin Voit in dritter Generation führt und das sich im Laufe der Jahre vom reinen Lieferanten zu einer Spezialfabrik entwickelt hat. Sie beschäftigt 20 Mitarbeiter und erhält Aufträge für so prestigeträchtige Projekte wie den Bau des Europäischen Rechnungshofs. Die in Luxemburg errichteten Innentreppen sind made in Amberg.

Weitere Pläne im Kopf


Trotz der guten Auftragslage und der über Deutschland hinausgehenden Einsatzorte hat Voit noch keinen Gedanken daran verschwendet, den Bergsteig zu verlassen: "Es gibt nichts Besseres, als die Mitarbeiter vor Ort zu haben." Selbst Gewerbegebiete im Landkreis, die über eine direkte Autobahnanbindung verfügen, kommen für Voit nicht infrage. Im Gegenteil: Er investiert eigenen Aussagen zufolge einen nicht näher bezifferten siebenstelligen Betrag, um unter der Regie von Architekt Georg Zunner von der Firma Arbogast an der Egerlandstraße eine 1550 Quadratmeter große Auslieferungshalle errichten zu lassen. Vermietet werden soll das neun Meter hohe Gebäude an eine Firma aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, die mit gut einem Dutzend Mitarbeitern im Sommer nach Amberg zieht. Ende Juli soll der Neubau fertig sein, dem laut Erwin Voit ein zweiter in der gleichen Größenordnung folgen könnte: "Platz wäre. Ich bin noch auf der Suche." Mittelfristig will der Amberger das Gewerbegebiet am Bergsteig, das bisher aus den Firmen Voit, Birner und Nachtmann besteht, aufwerten und ausbauen. Auch durch die Vergrößerung des eigenen Betriebes, für die es schon Pläne gibt.

Millionen-Investition


"Hier entsteht Großes. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance", freute sich OB Michael Cerny am Montag beim Spatenstich. Den Bergsteig bringe jeder zuerst mit Wohnungen in Verbindungen, nicht aber mit Arbeitsplätzen: "Das ist das zweite Gesicht, das nur wenige sehen." Voit nickte: Es habe Zeiten gegeben, in denen die Bewohner die Eröffnung eines Fitness-Studios mit einer Gewerbeansiedlung gleichgesetzt hätten. Die Frage, wann ein Unternehmen einen Millionenbetrag in den Stadtteil investiert hat, vermochte Voit nicht zu beantworten. Er hatte aber eine Vermutung: "Wahrscheinlich waren wir das." Das wäre dann in den 50ern gewesen. (Angemerkt)
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