Gewerbebau kann trotz mehrerer Interessenten noch nicht sagen, was aus Grammer-Zentrale wird
Mit Auszugstermin wäre Lösung leichter

Der derzeitige Standort der Grammer-Konzernzentrale und die OTH (im Hintergrund) sind sich so nahe, dass man sie ohne den Schriftzug der Firma für einen einzigen Gebäudekomplex halten könnte. Diese Nähe ist ein Pfund, mit dem die Gewerbebau wuchern kann. Bild: Steinbacher
 
"Wir tasten uns da gemeinschaftlich ran, wollen eine für beide faire Lösung." Zitat: Karlheinz Brandelik

Nach OB Michael Cerny bestätigt auch Gewerbebau-Chef Karlheinz Brandelik das große Interesse am derzeitigen Standort der Grammer-Zentrale bei der OTH. Dass davon noch nichts spruchreif sei, liege nicht zuletzt an der Unsicherheit in Sachen Auszugstermin.

Cerny hatte vor kurzem in einer Sitzung des CSU-Kreisvorstands geäußert: "Der Standort in der Georg-Grammer-Straße neben der Technischen Hochschule ist so interessant, dass wir bereits kurz nach Bekanntwerden der Grammer-Entscheidung Anfragen für diesen Standort hatten, mit denen wir zwei Drittel der Fläche kurzfristig belegen könnten."

Eigentümer des Gebäudes ist die Gewerbebau, Grammer ist dort Mieter. Der Mietvertrag ist laut Brandelik "gewerbeüblich": mit einer längeren Kündigungsfrist und damit beiderseits verbunden Optionen. Als Grammer seine Entscheidung bekanntgab, mit der Zentrale nach Ursensollen umzuziehen, war von einem groben Zeitplan die Rede gewesen, nach dem 2019 die ersten Umzüge an den neuen Standort geschehen sollten.

Bitte etwas genauer


Brandelik bräuchte es aber etwas genauer, um den Interessenten für eine Nachfolgenutzung einen konkreten Zeitpunkt nennen zu können. Die Firma Grammer plane da aber selbst noch. Mit ihr habe man Kooperation in der Frage des Auszugszeitpunktes vereinbart: "Wir tasten uns da gemeinschaftlich ran, wollen eine für beide faire Lösung." Irgendwann soll ein definitiver Termin feststehen, mit dem die Gewerbebau und die Interessenten Planungssicherheit haben.

Auch an dieser momentanen Unklarheit liegt es nach Einschätzung Brandeliks, dass man noch keine Nachfolgebelegung des Areals präsentieren könne. Denn gleich nachdem Grammer seine Entscheidung publik gemacht habe, hätten sich sowohl beim OB als auch bei ihm erstaunlich viele Interessenten an diesem Standort gemeldet. "Da waren Ankaufsanfragen dabei, aber auch Pläne in anderen Richtungen." Daraus hätten sich konkrete Gespräche entwickelt, "und es deuten sich Möglichkeiten an", aber spruchreif sei derzeit noch nichts davon.

Dass sich zum Schluss alle Ideen zerschlagen, glaubt Brandelik nicht. Dazu sei der Standort zu gut - direkt am Campus, gleichzeitig sehr nahe an der Altstadt, mit einer sehr guten Verbindung, mit Parkplätzen unmittelbar daneben. "Einen günstigeren Standort für ein technologiegetriebenes Unternehmen kann man nicht mehr finden als neben der OTH."

"Wir suchen proaktiv"


Die Gewerbebau gehe aber dennoch nicht davon aus, dass die neue Belegung ein Selbstläufer werde - "wir suchen schon proaktiv nach Lösungen". Mit über 4000 Quadratmeter Büroflächen könne man durchaus großen Firmen Angebote unterbreiten, selbst wenn die für gewöhnlich in Ballungszentren wollten. Unter anderem, weil sie dort leichter an Fachkräfte kämen.

Wir tasten uns da gemeinschaftlich ran, wollen eine für beide faire Lösung.Karlheinz Brandelik


Planen statt parkenOB Michael Cerny hatte im CSU-Kreisvorstand auch geäußert, ein positiver Aspekt des Umzugs sei, dass man bisher für Grammer vorgehaltene Flächen nun zusammen mit der OTH entwickeln könne, "um Firmen, für die ein direkter Zugang zur Hochschule interessant und wichtig ist, in passender Umgebung ansiedeln zu können". Laut Brandelik bezieht sich diese Überlegung auf das Areal zwischen Grammer und dem Studentenwohnheim, eine unbebaute Fläche, die derzeit vor allem für wildes Parken genutzt werde. "Die kann man jetzt weiterentwickeln." (ll)
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