Girls-Day bei Grammer
Ausgefeilte Technik

Eine ungewohnte Arbeit: Zwei Mädchen entgraten am Girls-Day bei Grammer ein Blech mit einer Feile. Ihnen zur Seite steht ein Azubi der Firma. Bild: Konrad

Zwölf Schülerinnen schnuppern beim Girls-Day Werkstattluft bei der Firma Grammer. Mit Feile, Schaltungen und technischem Zeichnen will das Unternehmen die Mädchen für sich gewinnen.

"Am besten nimmst du beide Hände." Michael Miller zeigt gerade einer Schülerin, wie sie am besten die feine Säge ansetzt: "Du legst die Hand auf und schiebst die Feile ganz vor." Die Schülerin bewegt das Gerät über das in der Schraubzwinge eingespannte Blech. Es rattert. Die Schülerinnen stumpfen die Kanten ab. "Mit einem Zirkel zeichnen wir auf dem Material ein Sechseck vor und schneiden das mit der Blechschere aus", erklärt der 16-jährige Azubi. Aus dem Blech entsteht am Ende ein Aschenbecher.

Insgesamt vier Mädchen feilen in der Ausbildungswerkstatt des Unternehmens. Vier weitere üben das technische Zeichnen. Die letzte Gruppe baut eine Wechselschaltung in der Elektrowerkstatt. Zwölf Mädchen ab 10 Jahren waren am diesjährigen Girls-Day bei Grammer wieder eingeladen, in typische Männerberufe hineinzuschnuppern. Seit 16 Jahren veranstaltet das Unternehmen den Girls-Day. Die Arbeit trägt Früchte: "Es kommt jedes Jahr vor, dass sich Mädchen auf den Girls-Day beziehen, wenn sie sich bewerben", berichtet Gerhard Pilz. Der Ausbildungsleiter schätzt die weiblichen Azubis: "Die Frauen sorgen für einen gewissen Umgang. Da reißen sich die Jungs eher am Riemen."

Girls-Day"Mädchen entdecken Männerberufe." So lautet das Motto des Girls-Day. Seit 16 Jahren versucht der Aktionstag Schülerinnen Anstöße für ihre spätere Berufswahl zu geben. In vielen Betrieben erhalten sie einen praktischen Eindruck von Berufen, in denen Frauen bisher unterrepräsentiert sind. Aktionspartner sind unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Bundesfamilienministerium.

Der Tag soll Mädchen helfen, ihre Berufsmöglichkeiten besser auszuschöpfen. Trotz guter Noten entscheiden sie sich derzeit noch immer überproportional häufig für typisch weibliche Berufsfelder und weniger für naturwissenschaftlich-technische Karrieren. Den Betrieben wiederum fehlt zunehmend der Nachwuchs in diesem Bereich. (dko)
Die Frauen sorgen für einen gewissen Umgang. Da reißen sich die Jungs eher am Riemen.Gerhard Pilz, Grammer-Ausbildungsleiter
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