IGM ehrt im ACC für 25, 40, 50, 60 und 70 Jahre Mitgliedschaft
583 Jubilare schreiben Geschichte mit

Horst Ott (hinten rechts), Erster Bevollmächtigter der Amberger IG Metall, zeichnete zusammen mit seinem Stellvertreter Udo Fechtner (zweite Reihe Zweiter von rechts) und Jürgen Wechsler diese Leute für 25 Jahre Treue aus.

Über 500 Jubilare, die in einer gemeinsamen Feier geehrt werden: Das gibt es jedes Jahr nur einmal im ACC: Wenn die IG Metall, Verwaltungsstelle Amberg, ihre Mitglieder auszeichnet - für 25, 40, 50, 60 und sogar 70 Jahre Treue. Daran nahm gestern auch Bayerns IGM-Chef Jürgen Wechsler teil und hielt eine Ruck-Rede.

Denn er schaute nicht nur auf die Vergangenheit der größten Einzelgewerkschaft Europas und zählte ihre Erfolge auf, sondern blickte auch auf schwierige Aufgaben in der Zukunft. An vorderster Stelle nannte er die fortschreitende Digitalisierung in der Arbeitswelt. Starke Kräfte sind nach seinen Worten dabei, "das, was wir an Arbeitnehmerrechten erkämpft haben, zurückzudrehen".

Der Bezirksleiter befürchtete eine Arbeitswelt wie im amerikanischen Silicon Valley mit vielen Selbstständigen und Cloudworkern, die letztlich "zu ausgebeuteten Menschen werden". Auch in der digitalisierten Industriewelt müssten die Regeln der sozialen Marktwirtschaft und des Sozialstaats gelten, forderte Wechsler, der in einem weiteren Punkt vor dem "Flexibilisierungswahn" warnte: Auch bei der Arbeitszeitgestaltung beziehungsweise -umverteilung müsse das "Recht auf Zeitsouveränität zurückerobert werden".

Kein Friede mit Kapitalismus


Grundproblem laut Wechsler: "Wir haben nie unseren Frieden mit dem Kapitalismus gemacht. Aber der Kapitalismus hat auch seinen Frieden nie mit uns gemacht." Dennoch blickte der Bezirksleiter positiv in die Zukunft, zumal die IG Metall heuer ihr 125-jähriges Bestehen feiert und in dieser langen Zeit "die Arbeits- und Lebensbedingungen unzähliger Menschen verändert hat", wie ein eingespielter Imagefilm hervorhob.

"Unsere Geschichte hat nicht irgendein Kaiser geschrieben, das haben wir selbst getan", appellierte Ambergs IGM-Chef Horst Ott zu weiterer Gemeinsamkeit und Engagement. "Wir haben die Gesellschaft humanisiert und demokratisiert", strich DGB-Regionsgeschäftsführer Christian Dietl heraus und warnte wie Wechsler vor politischen "Rattenfängern", die derzeit Angst schürten. "Lasst uns dafür sorgen, dass AfDs und Pegidas beendet werden", nannte der Münchner IGM-Boss das Kind beim Namen und sprach von einem "dunklen Deutschland". Dagegen gelte es, Gesicht zu zeigen.

22 780 Jahre Mitgliedschaft


Das Gesicht der größten Gewerkschaft in der Region waren für Horst Ott die insgesamt 583 Geehrten, von den 246 für ein Vierteljahrhundert, 160 für vier Jahrzehnte, 71 für 50, 74 für 60 und 32 für 70 Jahre Treue ausgezeichnet wurden (von Letzteren waren immerhin 17 anwesend, wie überhaupt rund 85 Prozent aller Eingeladenen zu dem gut fünfstündigen Fest mit Ansprachen, Musik und Essen gekommen waren).

Insgesamt waren nach seiner Auskunft 22 780 Jahre Mitgliedschaft versammelt, was Ott als Chef der rund 16 000 Mitglieder starken Amberger Verwaltungsstelle "stolz machte".

Gewerkschaften sind der Garant der Demokratie in Deutschland.Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler
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