Immer mehr unsichere Jobs
Frauen in der Teilzeit-Falle

-Sulzbach. Im Kreis Amberg-Sulzbach haben Frauen eher unsichere Jobs. Sie arbeiten Teilzeit, haben nur einen Mini-Job oder sind Leiharbeiterinnen. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hin. 79 Prozent aller nicht-regulären Jobs im Landkreis seien im vergangenen Jahr von Frauen erledigt worden, heißt es in einer Pressemitteilung. Ganz anders sehe es dagegen bei den Vollzeit-Stellen aus: Hier lag der Frauenanteil bei 28 Prozent.

"Immer mehr Frauen haben unsichere und niedrig bezahlte Jobs. Das wird besonders im Alter zum Problem", sagt Rainer Reißfelder, Geschäftsführer der NGG Oberpfalz. Besonders stark hat die Teilzeit-Beschäftigung bei Frauen zugenommen. Vor gut zehn Jahren arbeiteten im Landkreis Amberg-Sulzbach laut Studie noch etwa 3300 weibliche Beschäftigte in Teilzeit. 2014 waren es bereits rund 6000. "Es ist längst nicht so, dass alle Frauen freiwillig weniger arbeiten. Viele finden einfach keine Vollzeit-Anstellung - im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen", erklärt Reißfelder.

Dies zeige, dass auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Amberg-Sulzbach "grundsätzlich etwas im Argen liegt", so der Gewerkschafter. Gerade im Gastgewerbe, im Bäcker- oder Fleischer-Handwerk hätten weibliche Beschäftigte immer seltener die Chance auf einen regulären Job. Stattdessen setzten viele Chefs auf Mini-Jobs, um Steuern und Sozialabgaben zu sparen.
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