Insolvenzantrag der Luitpoldhütte AG
Starker Investor für LH gefragt

Die Luitpoldhütte - hier ein Bild aus der Vogelperspektive - hat Mitte der Woche beim Amtsgericht das Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Produktion aber läuft am Montag mit dem Ende der Werksferien ungeachtet dessen an, abgesehen von der für 11 Uhr anberaumten Betriebsversammlung. Bild: Luftbild Laumer, Weiden

An die Mitarbeiter gingen Briefe und Mails hinaus, um sie noch während der nun endenden Werksferien über den Insolvenzantrag der Luitpoldhütte AG (LH) zu informieren. Am Montag beginnt um 11 Uhr mit der Betriebsversammlung die Stunde der Wahrheit. Hier will die Belegschaft dann wissen, wie es mit der Gießerei weitergeht.

Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Hubert Ampferl verdeutlichte am Freitag gegenüber unserer Zeitung, dass es das erklärte Ziel des Rechtsanwalts aus Nürnberg sei, einen Investor zu finden, der die LH samt der Produktionsanlagen erwirbt und den Betrieb weiterführt. Unseren Informationen zufolge soll es mehrere Interessenten geben, dazu aber wollte sich der Mann von der Kölner Agentur nicht äußern.

Hinsichtlich der Belegschaftsstärke von rund 450 Köpfen seien in den nächsten drei Monaten auf jeden Fall keine Einschnitte vorgesehen: "Die Mitarbeiter bleiben alle an Bord", versicherte der Sprecher unter Hinweis auf das Konkursausfallgeld.

Insolvenzverwalter wird vom bisherigen Vorstand unterstützt

Ebenfalls bis Ende Oktober werde der amtierende Vorstand, mit dessen Vorsitzendem Thomas Lehner und Arbeitsdirektorin Christiane Berger, im Amt bleiben. Zum 1. November sei - die üblichen Laufzeiten als Richtschnur angenommen - mit der Eröffnung des eigentlichen Insolvenzverfahrens zu rechnen. Erst mit diesem Termin werde der Insolvenzverwalter das Unternehmen direkt leiten, möglicherweise unterstützt vom bisherigen Vorstand. Er sei es dann auch, der bestehende Verträge kündigen könnte.

Mitarbeiter sollen bei Luitpoldhütte bleiben

LH-Betriebsratsvorsitzender Christian Zwack wollte angesichts der aktuellen Situation am Freitag der montäglichen Betriebsversammlung nicht vorgreifen und übte sich ebenso in Zurückhaltung wie Horst Ott, der erste Bevollmächtigte der IG-Metall-Verwaltungsstelle Amberg. Er ist an seinem Urlaubsort auf einem Campingplatz in Tirol per Telefon stets auf dem Laufenden gehalten worden. Zwack sagte schließlich dennoch: "Wir wollen am Montag alle Mitarbeiter ermuntern, bei der Luitpoldhütte zu bleiben." Und Ott meinte, dass man die Insolvenz durchaus als Chance für den Fortbestand des Unternehmens sehen könnte. Auch wenn die Situation schwierig sei.

In Zurückhaltung übte sich schließlich Arbeitsdirektorin Berger, versicherte aber, dass der Betrieb ab Montag weiterlaufe. Die nächsten Tage und Wochen stünden Gespräche mit Kunden und Lieferanten im Vordergrund.
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