Investor übernimmt Luitpoldhütte
Eiserne Hochzeit

Die neue Luitpoldhütte nimmt Formen an. Ein Großunternehmen aus Luxemburg übernimmt den traditionsreichen Gießereibetrieb in Amberg und sichert damit auch die verbliebenen Arbeitsplätze. Archivbild: Huber

Vorweihnachtliches Aufatmen in der krisengeschüttelten Luitpoldhütte (LH): Ein finanzkräftiger Konzern mit Sitz in Luxemburg übernimmt die in Insolvenz befindliche Gießerei zum Jahreswechsel.

Die Anzahl interessierter Investoren war zunächst ungewöhnlich groß. Schließlich aber blieben drei Kandidaten übrig, darunter die Ogepar-Gruppe, eine international aufgestellte Holding mit Wurzeln in Belgien und Sitz in Luxemburg. Sie hat nach langen Verhandlungen den Zuschlag erhalten und die Hütte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 gekauft. Gestern war Notartermin in Nürnberg. Es dauerte mehrere Stunden, bis das umfangreiche Vertragswerk mit den nötigen Unterschriften aller Beteiligten unterzeichnet war. Erleichterung machte sich danach sowohl bei Insolvenzverwalter Dr. Hubert Ampferl (Nürnberg) als auch bei der verbliebenen Belegschaft mit ihren rund 360 Mitarbeitern breit.

Kapazität angepasst


Wie berichtet, waren zum 30. November 115 Beschäftigte aus der LH ausgegliedert und zum 1. Dezember in eine Transfergesellschaft überführt worden. Ein unumgänglicher Schritt, wie Ampferl nun bilanzierte, schließlich sei es nötig gewesen, "die Kapazitäten des Unternehmens der in den letzten Jahren stetig gesunkenen Auftragslage anzupassen".

Dies sei einer von etlichen Schritten gewesen, um bei der Investorensuche bestehen zu können. In diesem Zusammenhang lobte Ampferl am Dienstag wiederholt das LH-Personal: "Nur durch die Zugeständnisse und das nie nachlassende Engagement der Belegschaft konnte die Luitpoldhütte ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen." Ergänzend fügte er hinzu: "Ohne den Einsatz von Arbeitnehmern, Gläubigern und Politik wäre es niemals gelungen, in so kurzer Zeit die Sanierung zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen."

Fortan wird an der Sulzbacher Straße die Fahne von Luxemburg wehen. Neben der LH hat Ogepar ein zweites Standbein in Deutschland: die Kompressorenbau Bannewitz GmbH (KBB), wenige Kilometer von Dresden entfernt. Die Gruppe will in den nächsten fünf Jahren 15 Millionen Euro in den Standort investieren, den Bestand sichern und ausbauen. Auch Aufträge von anderen Firmen aus der Holding sollen bereits 2016 nach Amberg verlagert werden. Ogepar hat neben der LH und der KBB Niederlassungen in Belgien und Frankreich, sowie in mehreren afrikanischen Staaten und in China.
Die Luitpoldhütte wird Teil eines hervorragend aufgestellten, finanzstarken und international tätigen Konzerns und erhält damit wieder eine langfristige Perspektive.Dr. Hubert Ampferl, Insolvenzverwalter
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