IT-Technik wird immer unverzichtbarer
4.0 im Meisterbetrieb

Laptops und Webseiten sind in Handwerksbetrieben heute Standard. Die Möglichkeiten, elektronische Werkzeuge zu nutzen, gehen aber viel weiter. Wie die Branchen von der Digitalisierung profitieren können - das zeigt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Beispiele wie 3 D-Druck oder NFC-Bezahlsysteme sind nach Auskunft von Kammer-Vizepräsident Franz Greipl Technologien einer neuen digitalen Welt: dem Handwerk 4.0. Für die Chancen und Risiken, die damit verbunden sind, so eine Pressemitteilung, gelte es, sich jetzt zu rüsten, um weiterhin zukunftsfähig wirtschaften zu können.

Markt verändert sich


Vor dem Hintergrund dieser Gesichtpunkte eröffnete Greipl die Veranstaltung "Betriebsführung aktuell 2016" im ACC, an deren Beginn der Vortrag "Der Handwerker in der digitalen Welt - Möglichkeiten, Chancen und Risiken beim Einsatz elektronischer Werkzeuge" stand. Mario Göhring, Betriebsberater bei der Handwerkskammer, machte einen spürbaren Wandel des Marktes aus. Während sich früher die Kunden beim Anbieter vor Ort informiert hätten, geschehe das heute verstärkt bis teilweise schon überwiegend online. Letztendlich würden diese potenzielle Kunden dann aber wieder in einem Ladengeschäft einkaufen.

Präsenz ist wichtig


"Die Digitalisierung braucht man also nicht als Schreckensgespenst zu sehen, sondern als Chance." Ein derart verändertes Kundenverhalten erfordere, dass sich das Handwerk anpasse. Ein zielgruppenorientierter Internetauftritt, eine passende App oder ein professioneller Online-Shop seien die passenden Mittel. Als eine noch fast ungenutzte Variante stellte Göhring die Visitenkarte mit einem sogenannten Zap-Code vor. So werde ein kleines Stück Karton zum "digitalen Schaufenster."

Wie Handwerker bereits mit digitaler Unterstützung arbeiten, präsentierte Helmut Schmid, Technischer Berater der Handwerkskammer. Die Technologie des 3 D-Drucks erleichtere beispielsweise Modellbauern, Orthopädietechnikern oder Kunsthandwerkern, höchstfiligrane Bauteile, Ersatzteile oder Prototypen per Drucker zu fertigen.

Aber auch Multikopter würden immer öfter komplizierte Gerüstaufbauten ersetzen. "Ausgestattet mit hochauflösenden Kameras können diese mehrmotorigen Fluggeräte Fotos und Videos von Objekten in luftiger Höhe machen", erklärte Schmid. Insbesondere bei Spenglern, Dachdeckern, Restauratoren oder in der PV-Technik komme diese Anwendung zum Einsatz. Für die Buchhaltung und Büroverwaltung werden darüber hinaus immer mehr speziell auf die Bedürfnisse von Handwerkern zugeschnittene Software-Programme angeboten.

Immer mehr Bußgelder


Wie wichtig es ist, neben allen Chancen auch die Risiken zu kennen, verdeutlichte Christian Volkmer. "Wo viel Technik ist, gibt es auch Schatten", so sein Credo in Richtung um sich greifender Cyberkriminalität, die auch kleine und mittlere Handwerksbetriebe treffen könne. "Gezielte Attacken auf Konkurrenten sind heute schon für 50 Dollar zu buchen", wusste er. Seiner Erfahrung nach unterschätze der Mittelstand derartige Gefahren. Auch der Datenschutz werde immer wichtiger. Aufsichtsbehörden würden immer häufiger Bußgelder verhängen, schlimmstenfalls in einer Höhe von bis zu 25 000 Euro.
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