Jahresbilanz der IHK Amberg-Sulzbach
Der Export schwächelt leicht

Hohe Innovationskraft und technologische Kompetenz sind die Basis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit regionaler Firmen. Ein Vorzeigeunternehmen ist hier die Lüdecke Armaturen GmbH. Bild: Huber

2016 war für die Unternehmen im Raum Amberg-Sulzbach vom Prinzip her schon sehr gut. Es könnte allerdings noch besser sein, so das Fazit von Johann Schmalzl, dem Geschäftsführer der IHK. Der leicht schwächelnde Export macht ihm etwas Sorgen.

"Die zur IHK gehörenden Unternehmen im Raum Amberg waren 2016 mit ihrer Auslastung insgesamt zufrieden", schreibt Schmalzl in seinem Jahresrückblick. Allerdings sei das abgelaufene Jahr nach guten Zuwachsraten für die Industriebetriebe in den Vorjahren eher gekennzeichnet durch eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Konkret bedeutet dies laut Schmalzl, dass zwar der Inlandsabsatz einen erfreulichen Trend bietet - nämlich nach oben. Und dass es aber dieser Zuwachs im Augenblick nicht schafft, die Rückgänge im Export ganz abzufedern.

Quote niedriger als 2015


Zur Erinnerung: Amberg-Sulzbach lebt von einer überdurchschnittlich hohen Exportquote, die bei knapp 63 Prozent liegt. Das Fazit des Experten: "Für das verarbeitende Gewerbe lagen die Umsätze in der Stadt Amberg Ende Oktober um 0,8 Prozent unter dem Vorjahreswert, im Landkreis um 0,4 Prozent." Basis für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sei die hohe Innovationskraft hiesiger Betriebe und ihre technologische Kompetenz. "Dafür profitieren unsere Unternehmen sehr stark von der Zusammenarbeit mit der OTH (Ostbayerische Technische Hochschule) sowie anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen."

Wie wichtig die Industrie und das verarbeitende Gewerbe für den Raum Amberg-Sulzbach sind, zeigen laut Schmalzl die Zahlen für den regionalen Arbeitsmarkt. Auch 2016 seien rund 46 Prozent aller versicherungspflichtig Beschäftigten im sekundären Sektor, also im produzierenden Bereich, tätig gewesen. Zum Vergleich: Bundesweit ist das gerade mal noch ein Drittel. Woraus sich allerdings nicht schließen lässt, dass die Wirtschaft der Region rückständig und ohne Ideen für die eigene Zukunft ist.

Im Gegenteil: Häufig haben nach Aussage des IHK-Geschäftsführers unsere Industriebetriebe ihre Stärken in Technologien mit einem großen Zukunftspotential, wie dem Maschinenbau, der Automatisierungstechnik sowie der Steuerungs- und Elektrotechnik. Aber auch im Bereich Automotive, in der Metallverarbeitung, in der Umwelttechnik und in der kunststoffverarbeitenden Industrie siedeln im Raum Amberg-Sulzbach Unternehmen, die technologisch weltweit zu den Vorreitern gehören.

Trotz der leichten Wachstumsschwäche beschäftigte die regionale Industrie 2016 rund 250 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr. "Weil in den nächsten Jahren starke Jahrgänge in Rente gehen, investieren viele Unternehmen ganz gezielt in den Fachkräftebedarf für die kommenden Jahre", so Schmalzl.

Aber: 2016 konnten in Amberg-Sulzbach 178 Ausbildungsplätze wegen fehlender Bewerber nicht mehr besetzt werden. Die Gewinnung geeigneter Fachkräfte wird in Folge immer schwieriger. "Die Betriebe müssen ihre Attraktivität als Arbeitgeber weiter verbessern und sie müssen sich als attraktiver Arbeitgeber noch besser vermarkten", so Schmalzl.

Spezielle Seminarreihe


Um diesen Punkt zu stärken, bietet die IHK heuer eine spezielle Seminarreihe an. Attraktivität im Binnenmarkt der Arbeitskräfte sei aber nicht genug: Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs brauche es auch den Zuzug von Arbeitskräften. "Deshalb müssen Wirtschaft und Politik den Raum Amberg zukünftig als Standort zum Leben und Arbeiten noch erfolgreicher vermarkten." (Angemerkt)
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