Jura-Fleisch kündigt Mietvertrag, Amberger Metzger fürchten um Basisdienst
Schlachthof nicht schlachten

Eine vorteilhaftere Scheibe abschneiden würden sich die Amberger Metzger gerne auch in Zukunft von einem Schlachthofbetrieb vor Ort. Bild: Hartl

Metzger sind in Sorge: um die Zukunft des Schlachthofs. Dort hat die Firma Jura-Fleisch aus Neumarkt ihren Mietvertrag zum 31. Dezember gekündigt. Sie verlässt Amberg nach 19 Jahren und siedelt ihren Zerlegebetrieb an ihren Heimatstandort um. Wird kein Nachfolger gefunden, könnten örtliche Metzger hier kaum mehr schlachten.

Außer: Sie täten es selber - in einer Art Verbund, von dem in ersten Ideen auch schon die Rede war. Allerdings sind die Überlegungen dazu noch nicht wirklich ausgegoren und Daniel Hirsch, der Obermeister der Metzger-Innung Amberg-Sulzbach, setzt seine Hoffnung primär auf einen Nachfolge-Mieter für den Schlachthof.

Metzger wollen Fortbestand


"Das wäre natürlich überragend, wenn es so bleiben würde", schielt er auf ein ähnlich großes Unternehmen wie Jura-Fleisch, das neben seiner eigenen Zerlegung auch Schlachtungen für die hiesigen Metzger macht. "Selbstverständlich wäre es ein Riesenvorteil", wenn die Betriebe weiter eine zentrale Anlaufstelle hätten, sagt Hirsch. Dann würden sich "kleinere Baustellen erübrigen" oder auch die möglichen Fahrten quasi jedes einzelnen Metzgers zu Kollegen im Landkreis.

Damit deutete der Obermeister eine weitere Option an, die auch als Zwischenlösung dienen könnte: In Amberg-Sulzbach gibt es einige Betriebe, die selber schlachten. Dorthin könnten nach entsprechenden Absprachen und Vereinbarungen vielleicht auch die Amberger Metzger wechseln, die bisher am Schlachthof von Jura-Fleisch bedient wurden. Gerade vor dem Hintergrund, dass die beiden Innungen Stadt und Landkreis heuer fusioniert haben, glaubt Hirsch, dass sich solche Lösungen finden ließen. Letzten Endes würden die örtlichen Firmen dann nur statt zum Schlachthof zu einem Metzgerkollegen im Umkreis fahren. Das sei zwar eine "Umstellung", aber theoretisch ein gangbarer Weg. Dennoch hofft Hirsch im Sinne seiner Amberger Kollegen auf ein Fortbestehen des Schlachthofs und gibt sich optimistisch: "Schau'n mer mal, was kommt."

Stadtbau führt Gespräche


Ähnlich lautet die Devise derzeit bei der Amberger Stadtbau als Eigentümer der Liegenschaft. Sie hat nach Auskunft ihres Prokuristen Thomas Gerl erst vor kurzem die Mietvertragskündigung erhalten und steht nun "absolut am Anfang". "Wir schauen, was überhaupt geht", sagte Gerl und betonte, dass die GmbH am liebsten mit einem Großbetrieb weitermachen würde. Sprich: mit dem gleichen Nutzungskonzept wie bisher, weil das die wenigsten Veränderungen bringen würde.

Gerl informierte, dass darüber Gespräche laufen und dass Ideen da sind. Mehr ließ er sich zum gegenwärtigen frühen Zeitpunkt nicht entlocken, zumal das Thema bei Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn angesiedelt ist, der im Urlaub weilt. (Angemerkt/Hintergrund)
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