KAJAK AM-AS 3 startete zum 1. Juli
Die Hindernis-Wegräumer

Die Urkunde bestätigt es: KAJAK AM-AS 3 wird für zwei Jahre mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds vom bayerischen Sozialministerium gefördert. Überzeugt von den positiven Wirkungen sind (von links): Johann Schmalzl, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach, Sonja Schleicher, Geschäftsführerin des Jobcenters AM-AS, und Tanja Plach, die Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt des Jobcenters. Bild: hfz

Ausgeschrieben ist KAJAK ein großer Abtörner: Kombinierte Integrationsbemühungen für Alleinerziehende und Jugendliche in Arbeit und Ausbildung ergänzt durch Kinderbetreuung. Doch das Projekt ist so erfolgreich, dass es jetzt bereits zum dritten Mal läuft.

Die guten Ergebnisse von KAJAK I und II in den Jahren 2012 bis 2015 sind wohl auch der Grund, warum das bayerische Sozialministerium eine erneute Förderung befürwortete. Kooperationspartner für das Jobcenter AM-AS sind laut Presseinformation bei dem Projekt für Alleinerziehende und deren Kinder unter dem Titel KAJAK AM-AS 3 erneut die IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach und die Agentur für Arbeit. Der Sinn dieser Initiative geht schon allein daraus hervor, dass beim Jobcenter AM-AS im Juli unter den 2914 Bedarfsgemeinschaften 588 Alleinerziehenden-Bedarfsgemeinschaften waren, also rund 20 Prozent.

"Bei Alleinerziehenden verhindern die Betreuungsverpflichtungen sehr oft eine Beschäftigung. Wenn das Jobcenter hier mit Betreuungs- und Hilfsangeboten unterstützen kann, ist eine Arbeitsaufnahme in vielen Fällen möglich. Aus Kontakten mit Betroffenen weiß ich, dass die Projektteilnehmer überwiegend sehr motiviert sind und wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen stehen möchten. Deshalb wird die IHK-Geschäftsstelle bei den Arbeitgebern gerne dafür werben, dass sie Alleinerziehenden einen Arbeitsplatz anbieten. Wenn die Wirtschaft in vielen Berufen händeringend Fachkräfte sucht, dann muss es uns mit flexiblen Arbeitsangeboten gelingen, auch die Alleinerziehenden noch besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren", so Johann Schmalzl, der Leiter der IHK-Geschäftsstelle Amberg-Sulzbach, laut der Presseinfo.

Die beiden Coaches, Vanessa Räder und Karin Schmidt, waren in den zwei Vorgängerprojekten sehr erfolgreich tätig. Sie betreuen bereits 40 Alleinerziehenden-Familien. Auch die Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt des Jobcenters, Tanja Plach, bringt sich ein. Sie hat gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Jobcenters, Sonja Schleicher, das neue Projekt konzipiert.

Dass sich das Jobcenter besonders um Alleinerziehende bemüht, begründet Sonja Schleicher unter anderem mit dem Ergebnis einer Studie, "dass Alleinerziehenden-Haushalte einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt und sie überdurchschnittlich oft vom Bezug von ALG-II-Leistungen abhängig sind. Ein Faktor verstärkt den anderen - da sind etwa der fehlende Berufsabschluss und das vordergründig nicht optimale Angebot der Kinderbetreuung. Ersteres schränkt den Alleinerziehenden oft ein, Zugang zu besser bezahlter Arbeit zu erhalten; Zweiteres ermöglicht nur einen zeitlich sehr eingeschränkten Arbeitsplatz. Und schon wird es schwierig, eine Arbeit zu finden, die den Lebensunterhalt der gesamten Familie sicherstellt. Da geht die Arbeit der KAJAK-Coaches an."

Kontaktdaten: Tanja Plach, 09621/91 28 03; Vanessa Räder, 09621/91 28 08; Karin Schmidt, 09661/87 20 70. E-Mail jeweils: Jobcenter-Amberg@jobcenter-ge.de.

Wie das Projekt KAJAK läuftZuerst wird der individuelle Unterstützungsbedarf jedes Teilnehmers festgestellt. Die Coaches knüpfen einen engmaschigen Kontakt mit den Projektteilnehmern und bieten vertiefte Beratung und Unterstützung an. Das geht nur durch eine enge Zusammenarbeit im Netzwerk (unter anderem Berufsberatung der Arbeitsagentur, IHK und HWK, Stadt Amberg, Landkreis Amberg-Sulzbach, Beratungsstellen von Wohlfahrtsverbänden, Jugendämter). Ziel ist die Beendigung oder zumindest die Reduzierung der Hilfebedürftigkeit der gesamten Alleinerziehendenfamilie: durch Arbeits- oder Ausbildungsaufnahme, durch Qualifizierung, durch zeitliche Aufstockung einer bestehenden Beschäftigung, durch Unterstützung bei der Sicherstellung der Kinderbetreuung, durch das Einmünden von ausbildungsreifen Kindern der Familien in Ausbildungsstellen/Schulen. Im Vordergrund bei allen Bemühungen ist der Gedanke der Hilfe zur Selbsthilfe. Alle Teilnehmer im Projekt KAJAK AM-AS 3 sind freiwillig dabei.
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