Kommentar zur VW-Rückrufaktion
Erneut zu viel versprochen?

Mogeleien haben kleine Kolben: Wer immer auch heimlich an der Abgasschraube gedreht hat, erwies VW einen Bärendienst. Die Kosten sind immens, der Imageschaden verheerend. Um so wichtiger ist jetzt, nicht wieder falsche Erwartungen zu wecken.

Das All-inclusive-Versprechen an die Kunden - kostenloses Update, kostenloser Leihwagen - setzt die Händler unter Druck. Noch weiß niemand, was passiert, wenn Tausende Updates zeitgleich laufen. Man munkelt, dass jedes Autohaus einen neuen Tester anschaffen muss, um den Ansturm zu bewältigen - kleines Nebengeschäft für den Konzern auf Kosten des Handels.

Jeder VW-, Audi-, Seat- und Skoda-Besitzer kann sich bei 2,4 Millionen betroffenen Fahrzeugen in Deutschland und 11 Millionen weltweit ausrechnen, dass es zu Engpässen kommen wird - die Nachfrage nach Leihwagen wird schwer zu stillen sein. VW tut gut daran, mehr Realismus walten zu lassen.

juergen.herda@derneuetag.de

Artikel Krisenmanagement nach dem Abgasskandal - VW gibt wieder Gas
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