Matthias Zenger neuer Küchenchef im Hotel-Restaurant Drahthammer Schlöß'l
Einst Lehrling, als Meister zurück

Auf den Geschmack kommt's an - deshalb schmeckt Matthias Zenger das frisch zubereitete Gemüse im Topf ab. Bild: Steinbacher

Er ist zurück: Matthias Zenger steht als Küchenchef am Herd des Hotel-Restaurants Drahthammer Schlößl. Dort begann 2004 seine Laufbahn. Heute hat er etliche Stationen hinter sich, hat sich qualifiziert und in Heidelberg die Prüfung zum Küchenmeister und staatlich geprüften Gastronom absolviert. Auslandserfahrung sammelte er in Australien.

Wer sich als Koch einen Namen und einen guten Ruf erwerben will, muss vielen Meistern über die Schulter schauen - nach Möglichkeit solchen, die in der Branche bekannt sind. Voraussetzungen, die Matthias Zenger für sich in Anspruch nehmen kann. Der gebürtige Sulzbach-Rosenberger, der in Kempfenhof aufgewachsen ist, hat sich nach der mittleren Reife seinen Traumberuf ausgesucht und im Drahthammer Schlößl eine dreijährige Ausbildung absolviert. Küchenchef war dort damals Michel Hervè.

Als dieser Ende Juli 2007 Amberg verließ, nahm er den Nachwuchsmann gleich mit. Beide heuerten im Restaurant "Die Zwiwwel" im pfälzischen Ladenburg an - Hervè als Küchenchef, Zenger als Chef de Partie. Nächste Station für den heute 27-Jährigen war das Restaurant "Blumraths" in Hünxe bei Oberhausen, ehe es von Januar 2010 bis Januar 2011 weiter ging nach Köln, an die Töpfe des mit zwei Sternen dekorierten Bistros "Le Moissonnier". Dort freute sich Küchenchef Eric Menchon nicht nur über den Neuzugang, sondern auch über die Auszeichnung "Restaurant des Jahres" - vergeben vom Magazin "Feinschmecker".

Meister in Heidelberg


Matthias Zenger blieb dort von Februar 2011 bis zum August 2012. Danach entschloss er, sich fortzubilden und sich zusätzlich Qualifikationen anzueignen. In Vollzeit besuchte er ein Jahr lang die gefragte Hotelfachschule in Heidelberg. Und weil er schon in der Berufsschule mit seinen Leistungen und Noten vollends überzeugt hatte, durfte er sich auf zwei Stipendien stützen (Walter-Margarethe-Müller-Stiftung sowie Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung): "Das war für mich eine Supermotivation", erinnert er sich. Als Jahrgangsbester bestand er die Prüfung zum Küchenmeister und zum staatlich geprüften Gastronom - geadelt mit dem Fritz-Gabler-Preis der Hotelfachschule und mit dem Diplom des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Danach ging es zurück in die Oberpfalz: in das mit Michelin-Sternen dekorierte Hotel-Restaurant auf der Burg Wernberg. Dort war Thomas Kellermann von September 2013 bis Februar 2016 Küchenchef für den als Chef de Partie eingestellten Matthias Zenger. Danach zog es den jungen Mann in die Ferne. Er landete in Australien, machte erst mal einige Tage Urlaub und hielt gleichzeitig Ausschau nach Möglichkeiten, in seinem Beruf zu arbeiten. Dies gelang ihm schließlich in Tasmanien: im Saffire Freycinet Resort, eine der drei erlesensten Adressen des fünften Kontinents: "Da spielt Geld keine Rolle, hier kostet eine Übernachtung 1950 australische Dollar" - umgerechnet etwa 1300 Euro.

Drei Monate war Zenger dort als Chef de Partie tätig, ehe er sich danach für einige Wochen per Rucksack auf eine Tour durch Australien, Neuseeland und Bali machte. Nach diesem Tripp tat er, was schon vereinbart war, ehe er ins Ausland wechselte: Er übernahm ab August die Stelle als Küchenmeister im Drahthammer Schlößl. Nun möchte er dem Haus seine eigene Note geben und hat dazu zunächst mit seinem zwölfköpfigen Küchen-Team zwei Speisekarten kreiert, die die Bezeichnung "Menü Nah" und "Menü Fern" tragen.

Wolfsbach, Freudenberg


Bei der heimischen Variante beispielsweise kommen Aal aus Wolfsbach, Angus-Rind aus Freudenberg oder Käse aus Erlangen auf die Teller. Wer es eher fremdländisch liebt, dem werden unter anderem Königsfisch aus Australien oder Neuseeländer Lammrücken serviert.

"Natürlich gibt es bei uns noch eine kleine Speisekarte, etwa mit Wurstsalat oder Schnitzel", erläutert Matthias Zenger die Geschäftsphilosophie. Auch um das täglich wechselnde Büfett kümmere er sich.
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