Meeresfrüchte auf dem Prüfstand
Tipps rund um den Fisch

Meeresschutzexpertin Elke Körner kippt am Strand von Zingst (Mecklenburg-Vorpommern) einen Sack mit Abfall aus der Ostsee aus. Bild: dpa

Tipps rund um den Fisch

Amberg. (jrh) Die Oberpfälzer sind nicht gerade Meeresanrainer und von daher nicht immer vertraut mit dem A-Z des Fischerlateins - und auch im heimischen Karpfenland sind nicht alle Teichwirte oder passionierte Angler. Für sie einige Tipps rund um das Lebensmittel aus dem Wasser:

Vom Aussterben bedrohte Arten: Europäischer Aal (Anguilla anguilla) und Südlicher Blauflossenthun (Thunnus maccoyii) stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Oft aber sind nicht ganze Arten, sondern einzelne Bestände bedroht. Greenpeace-Experten halten nur fünf Fischarten für "noch empfehlenswert": Forelle, Hering, Karpfen, Makrele und Zander.

Einkauf & Transport: "Wenn jemand mit Kühltasche einkauft, sind zwei Tage im Kühlschrank kein Problem", sagt Andreas Aldefeld vom Fisch Engert. "Hackfleisch oder Milch sind viel gefährlicher." Wer nicht eigens nach Amberg fahren möchte, kann vor allem geräucherten Engert-Fisch beim Globus in Schwandorf bekommen.

Preise: "Derzeit ist der Lachspreis sehr hoch", erklärt Aldefeld, "weil in Chile gestreikt wird." Besonders die Norweger hätten ein fast globales Monopol. "Sie besitzen auch viele der großen Aqua-Anlagen in Chile."

Räucherlachs: "Schottischer Bio-Lachs ist eine hervorragende Ware", sagt der Amberger Fischhändler. Dagegen sei nicht alles gut, wo "Wildlachs" draufstehe. "Ketalachs, eine Wildlachsart, wird forciert als Wildlachs verkauft", sagt Aldefeld, "der wird in Alaska gefangen, oft wenn er schon gelaicht hat und komplett ausgemergelt ist - das Fleisch ist oft matschig."

Zertifizierungssiegel für Wildfische: Am weitesten verbreitet ist das "Marine Stewardship Council" (MSC) für nachhaltige Fischerei. Andere Siegel sind Friend of the Sea (FOS) und SAFE. Letzteres kennzeichnet Thunfisch, bei dessen Fang keine Meeressäuger gefährdet wurden. Die Rewe-Gruppe markiert nachhaltig gefangenen oder gezüchteten Fisch mit der Aufschrift "pro planet". Missbrauch kann nie ganz ausgeschlossen werden. Dennoch rät der kritische Fischereibiologe Rainer Froese dazu, zertifizierte Produkte zu kaufen. "Wer Fisch aus gesunden Beständen kauft, unterstützt nachhaltigen Fischfang."

Zertifizierungssiegel für Zuchtfische: Die Ökoverbände Bioland und Naturland zertifizieren Fisch aus ökologischer Aquakultur. Bioland schließt die Fütterung von Fischmehl aus. Naturland schreibt neben anderen Kriterien eine geringere Besatzdichte für die Teiche vor. Das Siegel des Aquaculture Stewardship Council (ASC) ist das Pendant zum Wildfisch-Siegel MSC.
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