Mit der Sonne produzieren

2013 wurden die ersten Module auf dem Dach der Voit Stefan GmbH installiert. Der Geschäftsführer will aber noch weiter aufstocken.

Der Gabelstapler von Mario Stawarz brummt. Seine Kantmaschine biegt Blechstücke für Hausfassaden und die Waschmaschine läuft auf Hochtouren. Draußen scheint die Sonne und erzeugt den Strom dafür.

Zwei verschiedene Anlagen hat sich Stawarz von der Amberger Firma Grammer Solar GmbH auf seinem Hausdach montieren lassen. Eine 200 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage für die Produktion von Eigenstrom und eine 30 Quadratmeter große Solarluft-Anlage, um die Betriebshalle für sein Unternehmen Akb - Amberger Kantbetrieb zu heizen. "Seit Juli haben wir die Solaranlage. Das war eine meiner besten Entscheidungen", schwärmt Stawarz. "Man achtet viel mehr auf seine Umwelt, verändert die Gewohnheiten beim Stromverbrauch."

Geizig beim Verbrauch

Seine Betriebshalle und das Wohnhaus liegen nebeneinander. Beide Gebäude profitieren von der Sonnenenergie. Seit die Familie die Module auf dem Dach hat, wäscht sie die Wäsche und lädt den Gabelstapler immer dann, wenn die Sonne scheint. Der Akb-Inhaber sagt von sich, er sei geizig beim Stromverbrauch geworden: "Ich will das, was hier erzeugt wird, gleich verbrauchen, anstatt dazu zu kaufen oder Überschuss ins Netz einzuspeisen."

Auch mit der Solarluft-Anlage ist Stawarz zufrieden. Noch heizt sie nur seine Betriebshalle, die 27 Meter lang, elf Meter breit und vier Meter hoch ist. Bald wolle er die Anlage auch auf sein Wohnhaus ausweiten. "Solare Hausmeisterchen" nennt Wolfgang Dotzler, Geschäftsführer von Grammer Solar, die Anlagen. Denn dort, wo es feucht und muffig werde - wie in Hallen oder Ferienhäuser -, eignet sich die Anlage besonders. "Hinter der Glasscheibe des Moduls liegt der Absorber, der mit Außenluft hinterströmt wird."

Mit Außenluft heizen

"Die Sonne strahlt auf das Glas und erwärmt die Platte", erklärt Dotzler das System. "Die Wärme wird an die durchströmende Luft abgegeben und in den Raum geblasen." Auf bis zu 135 Grad können sich die Absorber aufheizen."Man kann sich das wie ein Auto in der Sonne vorstellen", vergleicht Stawarz. Mithilfe der Solarluft-Anlage könne er seine Halle rund sieben Grad wärmer als die Außentemperatur aufheizen.

Stawarz will mit diesen Anlagen weg von der zentralen Stromversorgung. Er ist der Meinung, dass die Energie regenerativ und regional erzeugt werden sollte. Das sieht auch Stefan Voit, Geschäftsführer der Firma Voit Stefan GmbH, so. Sein Hauptargument für eine Eigenbedarfsanlage ist die Schonung der Umwelt. Und er will die Monster-Stromtrassen vermeiden. "Viele Unternehmen müssen umdenken und die regenerativen Energien nutzen", meint Voit. 2013 ließ er sich die erste Photovoltaikanlage von Grammer Solar installieren.

Auf dem Flachdach seines Unternehmens in Waidhaus erstrecken sich mittlerweile rund 1230 Quadratmeter Modulfläche mit einer Leistung von 154 Kilowatt. Nächstes Jahr will Voit noch einmal um rund 40 Kilowatt aufstocken. "Wir haben uns gezielt für eine Ost-West-Ausrichtung entschieden", betont der Geschäftsführer aus Waidhaus. "Es bringt dem Unternehmen nichts, wenn die Module nach Süden ausgerichtet sind, in der Mittagszeit viel Strom produziert wird und am Rest des Tages weniger." Sein Unternehmen, das unter anderem Stahlhallen fertigt, brauche den gesamten Tag kontinuierlich Strom.

Strom direkt verbrauchen

Betriebe, wie die von Voit und Stawarz, können den erzeugten Strom zum größten Teil direkt verbrauchen. Für Branchen, die auch nachts tätig sind, könne man über einen Stromspeicher nachdenken. Dieser könne angezapft werden, wenn die Sonne schon untergegangen ist. "Ein Speicher lohnt sich vor allem bei Einfamilienhäusern. Die größte Leistungsabnahme ist morgens und abends", weiß Dotzler. "Der Strom, den man mittags erzeugt, kann oft nicht genutzt werden, weil die Eltern in der Arbeit und die Kinder in der Schule sind."

Eine Photovoltaikanlage ohne Speicher würde dem Geschäftsführer der Grammer Solar zufolge 30 bis 40 Prozent des Strombedarfs decken - mit Speicher sogar bis zu 80 Prozent. Auf die Frage, ob Photovoltaikanlagen Elektrosmog erzeugen und dadurch schädlich für die Gesundheit seien, schüttelt Dotzler mit dem Kopf: "Nein." Ein gewichtiges Argument sei, dass die Module nicht mit Wechselstrom, sondern Gleichstrom funktionieren würden.
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