Neue Eigentümer wollen traditionsreiches Amberger Gebäude nicht abreißen, sondern wieder beleben
Josefshaus sucht Nutzungsidee

Am Balkon im Hintergrund hängt noch ein Plakat mit der Aufschrift "Bierbar" als Hinweis darauf, was hier früher so abging. Wolfgang Dersch, Klaus Herdegen, Heike Bogner, Architekt Georg Zunner und Baureferent Markus Kühne (von links) trafen sich mit der AZ im großen Saal des Josefshauses und schwelgten ebenfalls in alten Erinnerungen. Um aber gleichzeitig den Blick aufs Neue zu richten, was aus dem Gebäude, dessen Glasfassade und Mauerhülle komplett erhalten werden sollen, werden könnte. Bilder: Hartl (2

"Da werden Erinnerungen wach. Zum Josefshaus hat doch jeder eine eigene Geschichte." Klaus Herdegen ist fasziniert von Ambergs einst größtem, glanzvollen Veranstaltungssaal. Der neue Eigentümer selbst denkt als Erstes an legendäre Konzerte der Band Major Knockout zurück. Auch deshalb will er dem Josefshaus nicht den Knockout verpassen.

Wie berichtet, wollen Klaus Herdegen und seine Ehefrau Heike Bogner das traditionsreiche Gebäude erhalten. Sie werden es auf keinen Fall abreißen lassen, wie das der vorherige Besitzer geplant hatte. "Wir wollten sowieso bald wieder ein Innenstadt-Haus sanieren lassen und haben uns gedacht, warum nicht gleich mal ein gescheites Projekt", beschreibt Herdegen schmunzelnd den eigenen Antrieb. Zumal sich das Josefshaus in seinem vom Verfall bedrohten Zustand "schon lange gemacht gehört" und in den vergangenen 20 Jahren seit seiner Stilllegung eher ein "Schandfleck" war. Einer, der so gar nicht zur prominenten Lage am vierspurigen Altstadtring direkt neben dem historischen Wingershofer Tor passte. Und einer, der zuletzt immer mehr auffiel, seit zwei benachbarte Jugendstilvillen am Kaiser-Wilhelm-Ring - gefördert durchs Fassadenprogramm der Stadt - aufwendig saniert wurden, wie Ambergs Baureferent Markus Kühne sagt.

"Entree zur Prechtl-Stadt"


Er und sein Kollege Wolfgang Dersch aus dem Kulturreferat bezeichnen es als "Glücksfall", dass mit Klaus Herdegen und Heike Bogner zwei heimatliebende, kulturaffine Amberger dieses Relikt aus den 50er-Jahren erworben haben und seinen Charme erhalten wollen. Mit ihm natürlich auch das Sgraffito des großen Amberger Künstlers Michael Mathias Prechtl an der Südfassade. Es soll bei entsprechender (aufwendiger) Sanierung eine Art Klammer zum Stadtmuseum schaffen, wo sich die in Amberg einzigartige Prechtl-Schau befindet. Gerade hier an einer der Haupteinfahrtsstraßen soll das Kunstwerk optisch ein "Entree zur Prechtl-Stadt" bilden, schwärmen Herdegen, Dersch und Kühne schon mal im Chor, zumal sie alle drei dem Prechtl-Förderverein angehören und eine weitere Idee, Amberg "identitätsstiftend" so zu bewerben, gut umgesetzt sehen.

Apropos Idee: Was soll denn künftig aus dem Josefshaus, das übrigens diesen Namen behalten wird, werden? Tatsächlich steht die Nutzung laut Herdegen noch nicht fest. Er und seine Frau wollen sich da "rantasten", sind im Prinzip offen für gute Vorschläge. Im Grunde sei eine erneute gastronomische Nutzung ebenso denkbar wie die Einrichtung von Büros für Dienstleister auf drei möglichen Ebenen.

Feuer frei für Vorschläge


Wichtig dabei: Die Gebäudehülle samt bekannter, künftig doppelt verglaster Fassade bleibt erhalten. Überhaupt wollen die Eheleute Wert legen auf einen "hochwertigen" Ausbau, der allen denkbaren Nutzungskonzepten zugutekommt. Feuer frei für Vorschläge!
4 Kommentare
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Fritz Meier aus Amberg in der Oberpfalz | 07.11.2016 | 21:08  
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Peter Tresch aus Amberg in der Oberpfalz | 08.11.2016 | 19:12  
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Jens Rohn aus Amberg in der Oberpfalz | 08.11.2016 | 21:13  
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Markus Schmidbauer aus Amberg in der Oberpfalz | 08.11.2016 | 23:36  
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