Neue Kunden bescheren nächste Entwicklungsstufe mit Firmenerweiterung
Lüdecke wächst und wächst - um weiteren Neubau

Im Bildhintergrund rechts liegt eines der bestehenden Gebäude. Die Ansicht von der Ohmstraße zeigt, wie groß der Neubau wird. Bilder: Steinbacher (2)
 
Das ist die größere von zwei neuen Produktionshallen. Allein hier finden 17 mechanische und CNC-Fräsmaschinen Platz, um schneller herstellen zu können. Lüdecke hat derzeit 135 Mitarbeiter, will personell weiter wachsen.

Von außen wirkt es fast wie eine Verdopplung der Firmenfläche. Der Neubau von Lüdecke an der Heinrich-Hauck-Straße drückt das aus, was derzeit beim Weltmarktführer für Kupplungssysteme und Industriearmaturen läuft: Das Familienunternehmen macht den größten Entwicklungs- und Wachstumsschritt seiner 86-jährigen Geschichte.

Würde Erwin Bogner, der erst 2015 verstorbene Gesellschafter und langjährige Macher des Unternehmens, noch leben, er wäre jeden Tag auf der Baustelle. Mit der Kamera, um alle Phasen dieses Aufstiegs stolz zu dokumentieren. Da ist sich sein Schwiegersohn und Geschäftsführender Gesellschafter Klaus Herdegen ganz sicher, der seit langem operativ die Geschicke der Firma lenkt und ihr aktuell mehrere große Neukunden beschert hat.

Hallen und Anlieferung neu


Sie machen die seit rund einem Jahr laufende Erweiterung nötig, die sich im Rohbau gleich hinter den Siemens-Werken in ihrer ganzen Größe abzeichnet. Eine Verdopplung gemessen an allen Gebäuden ist es freilich nicht, schmunzelt Klaus Herdegen, der sich aber über den Zugewinn von insgesamt 3200 Quadratmetern Firmenfläche mit mehreren Funktionen freut. An der Heinrich-Hauck-Straße entstehen zwei Produktions- und eine Montagehalle neu, außerdem werden die Warenannahme und die Lkw-Anlieferung komplett umgestaltet. All das geschieht im Grunde unter einem Dach beziehungsweise in einem langgestreckten Bau parallel zu den bestehenden Gebäuden. Er befindet sich zu großen Teilen auf dem Gelände, wo einst die Bäderausstellung von Eisen Schmidt stand. Ein Grundstück, das Lüdecke früher an den Nachbarn verpachtet hatte und nun für die Erweiterung nutzt.

Kantine, Terrasse, Garten


Oben auf den Neubau kommt sozusagen noch das Sahnehäubchen: eine neue Firmenkantine mit eigener Küche, wo laut Herdegen täglich frisch und hochwertig gekocht werden soll. Dazu gehört neben den großen Fensterflächen eine Terrasse mit tollem Blick auf die Vilsaue und hinüber zum Mariahilfberg. Diesen Vorzug genießen ebenso neue Seminarräume, die hier angesiedelt sind und wegen ihrer Qualität vielleicht auch vermietet werden, umreißt der Chef diese Idee. Hinzu kommt nach seiner Auskunft eine begrünte Dachlandschaft und nur einen Steinwurf weit weg ein Firmenpark, unter anderem mit Honigbienenzucht, in dessen Gestaltung der Landesbund für Vogelschutz eingebunden ist.

All das dient nicht nur dem Selbstzweck, sondern soll auch Kunden und Handelspartner von Lüdecke überzeugen, die oft aus der ganzen Welt nach Amberg kommen. "Wir müssen unsere Marke stärken", sagt Klaus Herdegen und beschreibt das mit den englischen Schlagworten: "Engineered and made in Germany." Ein entsprechendes Auftreten am Stammsitz helfe, dieses Qualitätsmerkmal glaubwürdig nach außen zu tragen und als Firmenphilosophie zu transportieren. Dazu zählt ferner ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept, das bei der Fertigung von langlebigen und zu 100 Prozent recyclebaren Produkten anfängt, sich über effektive Gebäude- und Energienutzung bis hin zu einem sozialen Mitarbeiter-Umgang fortsetzt.

Apropos Energie: Stolz sind Klaus Herdegen und Architekt Georg Zunner auch darauf, dass die Lüdecke-Gebäude "fast Passivhausstandard erfüllen". Das kommt dadurch, dass ausschließlich mit Wärmerückgewinnung aus den Produktionsmaschinen geheizt werden kann. "Wir sind besser als KfW 70", schildert Herdegen die Umweltbilanz. (Angemerkt)

HintergrundLüdecke arbeitet bei seinem Neubau ausschließlich mit Firmen aus der Region zusammen. Trotz der weltweiten Geschäftsaufstellung mit Kunden und Partnern in über 130 Ländern der Erde und einer großen Ausschreibung für die Erweiterung stammen die beauftragten Unternehmen bis maximal aus der Nachbarstadt Sulzbach-Rosenberg, betont Geschäftsführender Gesellschafter Klaus Herdegen. Das passt nach seinen Worten gut zum Nachhaltigkeitskonzept von Lüdecke mit dem Anspruch, durch die eigene Stärke auch die Wirtschaft der Region zu stärken. (ath)
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