Osterhase hat viel zu verstecken

Das Geschäft mit den Schoko-Osterhasen blüht. Doch auch andere Geschenke sind zu Ostern immer mehr gefragt. Bild: dpa

Festliches Essen, Süßigkeiten in allen Variationen und ausgefallene Geschenke: Ostern ist für den Oberpfälzer Einzelhandel ein Umsatz-Garant. Vor allem der Spielwaren- und Lebensmittelhandel profitiert. Doch auch Branchen wie die Reiseindustrie verbuchen einen Gewinn-Anstieg.

"Betrachtet man den Umsatz des Einzelhandels, ist das Osterfest auf jeden Fall die Nummer zwei nach Weihnachten", erklärt Dr. Reinhard Rieger, Handelsexperte der Industrie- und Handelskammer Regensburg.

Das Weihnachtsgeschäft macht in vielen Branchen einen Jahresumsatz von 25 bis 30 Prozent aus. Im Vergleich dazu fällt das Ostergeschäft deutlich geringer aus. Der bayerische Lebensmittelhandel setzt zur Osterzeit rund zehn Prozent seines Jahresumsatzes von 28,9 Milliarden Euro (Stand 2012) um. "Ostern wird immer hochwertiger gefeiert, das äußert sich vor allem dadurch, dass die Leute vermehrt teures Fleisch oder Süßwaren kaufen", betont der Handelsexperte. Beim Spielwarenhandel liegt der Umsatz etwas höher. Rund 15 Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes (700 Millionen Euro, Stand 2012) werden zu Ostern eingenommen. Feiertage wie Ostern werden mit Kindern intensiver gefeiert, ist sich Rieger sicher. "Deshalb nimmt der Umsatz des Spielwarenhandels im Vergleich zu anderen Branchen zu Ostern stärker zu", erklärt der Handelsexperte. Nicht nur der regionale Einzelhandel profitiert - auch Reiseunternehmen verbuchen einen Umsatz-Anstieg. "Viele Menschen wollen in den Osterferien, in denen es meist noch kalt ist, in den Süden. Dieser Trend nimmt stark zu", erklärt der Fachmann.

Auch Online-Versandhäuser wie Amazon erleben einen erheblichen Gewinn-Zuwachs. Der Spielwaren-Online-Handel erwirtschaftet zur Osterzeit rund 20 Prozent des Jahresumsatzes. Beim Online-Buchhandel liegt das Plus bei 40 Prozent. "Versandhäuser haben so gut wie alles im Sortiment: Spielzeug, Bücher, Elektronikartikel. Dadurch erübrigt sich oft der Gang in die Innenstadt", bedauert Rieger.

Emilie Leithäuser, zweite Vorsitzende der Park- und Gewerbegemeinschaft Amberg, findet diese Entwicklung sehr bedenklich: "Der Einzelhandel leidet unter diesen Versandhäusern. Der Buchhandel ist davon besonders betroffen. Vor allem vor den Feiertagen büßt er erheblichen Umsatz ein." Der Lebensmittelhandel im Internet falle dagegen nicht ins Gewicht. "Dieser Markt macht gerade einmal 2 bis drei Prozent des Jahresumsatzes dieser Branche aus. Das ist auch vor den Feiertagen so", erklärt Rieger. (Hintergrund)
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