OTH unterstützt Firmen bei digitalem Wandel
Produktion der Zukunft

Die Professoren Dieter Meiller (Zweiter von rechts), Matthias Wenk (Dritter von rechts), Wolfgang Blöchl (Vierter von rechts) und die wissenschaftlichen Mitarbeiter der OTH freuen sich auf die Auftaktveranstaltung zur digitalen Produktion am 9. Juni im Audimax. Bild: Konrad

Die Digitalisierung verlangt Fortschritte in allen Bereichen der Produktion. Manchen regionalen Unternehmen droht dadurch die Schieflage. Die OTH stellt sich dem Problem und unterstützt die Betriebe beim technologischen Wandel.

"Die Anforderungen an jeden Mitarbeiter werden steigen." Professor Wolfgang Blöchl ist es wichtig, die Bedeutung des digitalen Wandels verständlich zu machen: "Der Alltag in den Betrieben wird sich grundlegend verändern." Diese Entwicklung möchte die OTH begleiten und die Unternehmen beraten und unterstützen. Der Dozent aus der Fakultät Maschinenbau/Umwelttechnik plant zusammen mit drei anderen Professoren eine Veranstaltungsreihe zum Thema "Digitale Produktion". Zielgruppe sind Entscheider aus mittelständischen Unternehmen aus der Region.

Am 9. Juni ist die Auftaktveranstaltung zum Isac (Industry-Software-Application-Center). Neben Blöchl sind die Professoren Dieter Meiller, Matthias Wenk und Hans-Peter Schmidt im Projekt federführend. "Die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter ist unausweichlich", zeigt sich Blöchl überzeugt. Digitale Produktion bedeute nicht nur 3D-Druck. Auch Logistik oder Robotik spielten eine Rolle. "Für den Mittelstand in unserer Region ist die Digitalisierung Thema Nummer Eins."

Kleine Firmen bedroht


Blöchl muss 30 Prozent der Kosten seiner Forschung durch die Zusammenarbeit mit der Industrie verdienen. Mit den Unternehmen ist er deshalb gut vernetzt und weiß, was dort los ist: Bei den Großkonzernen seien die Entwicklungskosten leicht zu schultern. Auch erfolgreiche und visionäre Mittelständler seien im technologischen Wandel gut aufgestellt. Eng werde es für kleine Unternehmen oder Mittelständler in einer schwierigen Marktsituation. "Die sind nicht in der Lage, mitzugehen", erklärt Blöchl. Sie seien durch die Digitalisierung bedroht. "Wir wollen hier an der OTH Technik besser nutzbar machen, so dass die kleinen Mittelständler nicht abgehängt werden." Anders als etwa Großbritannien, das auf den Finanzmarkt setze, sei Deutschland traditionell eine produzierende Nation. "Wir dürfen der digitalen Produktion deshalb nicht hinterherlaufen."

Es gebe derzeit große Fortschritte bei den additiven Verfahren, wie etwa dem 3D-Druck. "Wir sind da gerade an der Grenze. Die ersten Firmen machen sich Gedanken, ob sie nicht bestimmte Produkte durch diese Verfahren herstellen möchten." Regelmäßig gibt es Treffen an der OTH. Die Unternehmen diskutieren über die Innovationen in diesem Bereich. So müsse nicht jeder alles einzeln ausprobieren, erläutert Blöchl. Man müsse die digitale Produktion aber auch über die Unternehmen hinaus denken: Siemens habe etwa den örtlichen Schulen 3D-Drucker zur Verfügung gestellt. In Zusammenarbeit mit der OTH werden dort die Schüler an die Technik herangeführt. "Wir sind auf die Begeisterung der jungen Generation angewiesen."

Geht nicht kostenneutral


Die Digitalisierung betrachtet Blöchl als gesellschaftlich revolutionär. Die Effizienzsteigerung in der Produktion werde Arbeitsplätze kosten: "Erinnern Sie sich noch an die Müllabfuhr vor 30 Jahren? Da waren zwei Leute hinten und einer ist vorne gefahren. Mittlerweile gibt es eine Hebemechanik, deshalb fährt nur noch einer hinten mit. Neuerdings gibt es schon Müllabfuhren, welche die Tonne mit einem Greifer aufnehmen können und wieder abstellen. Wenn Sie jetzt noch autonomes Fahren dazunehmen, brauchen Sie für die Müllabfuhr bald kein Personal mehr."

Blöchl betont angesichts dieser Perspektive, wie wichtig die Ausbildung ist. "Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, jeden Jugendlichen um eine Qualifikationsstufe hoch zu bringen, weil es keine einfachen Jobs mehr geben wird."
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