Sparkasse Amberg-Sulzbach wartet bei Bilanzvorlage mit einer interessanten Entwicklung und ...
Blau-Rot-Pilot schon denkbar

Die Führungstroika der Sparkasse Amberg-Sulzbach bei der Bilanzpressekonferenz (von links): Alexander Düssil, Vorstandsvorsitzender Dieter Meier und Werner Dürgner. Bild: gf

Leicht möglich, dass noch heuer der Startschuss für ein Pilotprojekt fällt: "Es laufen schon Gespräche", versicherte Dieter Meier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Amberg-Sulzbach, im Verlauf der Vorlage der Jahresbilanz. Und "weil es weder rote noch blaue Geldscheine gibt", erscheint punktuelles Zusammentun seines Instituts mit Volks- und Raiffeisenbanken in der Region nicht abwegig.

Aus Sparkassen-Sicht könnte das bald geschehen, so Meier. Sein Vorstandskollege Alexander Düssil sprach zwar von einem "zarten Pflänzchen" und davon, "dass der erste sicher der schwerste Schritt" sei. Ganz optimistisch aber fügte er hinzu: "Der Weg dahin würde die Region stärken und den Bürgern einen Mehrwert bringen." Und weil bei Bankern Rechnen zum Geschäft gehört, wurde auch schon der Stift gespitzt. Die Erkenntnis daraus: Alleine der gemeinsame Betrieb von Geldautomaten in geeigneten Bereichen würde jährlich eine gemeinsame Ersparnis von 1,5 Millionen Euro für Genossenschaftsbanken und Sparkasse bringen.

Hinter der Straffung


Das Vorstandstrio Meier, Düssil und Werner Dürgner stellte sich am Dienstag in der Amberger Zentrale noch einmal hinter die unlängst vollzogene Straffung des eigenen Filialnetzes auf 16 Niederlassungen. Die Sparkasse sei gehalten, sich in die Zukunft zu orientieren. Dazu gehöre laut Meier, das nicht mehr so Gefragte zu reduzieren und notfalls aufzugeben und der Zeit folgend zu investieren. Laut Düssil habe die Sparkasse deshalb zuletzt in den Online-Bereich drei Millionen Euro gesteckt. Weitere Schritte seien vorgesehen.

In dem Kontext sprach Vorstandsvorsitzender Meier von rund 5000 Kundenbesuchen pro Tag im Internet. Und Düssil machte deutlich. dass es die vor einem halben Jahr ausgesandten fünf Mobilberater inzwischen auf 1700 feste Kontakte bringen. Dabei sei es egal, ob die Gespräche bei der Sparkasse, in einem Café oder im eigenen Wohnzimmer stattfinden. "Unsere Leute stehen da fast rund um die Uhr zur Verfügung."

Ähnlich verhalte es sich beim Telefonservice. Dieser komme gerade Menschen zugute, die nicht mehr so mobil seien. Düssil und Meier verwiesen darauf, dass für diesen Personenkreis die Möglichkeit bestehe, sich fernmündlich nicht nur beraten, sondern auch Überweisungen machen zu lassen. Abgesehen von der Kontoführungsgebühr von 6,50 Euro geschehe dies kostenlos, ebenso wie einmal im Monat die Zusendung der Kontoauszüge. Erste gute Erfahrungen habe man bei der Bargeldauszahlung über örtliche Geschäfte wie beispielsweise in Hohenburg und Etzelwang gemacht. Damit wiederhole sich dort bei Bäcker und Metzger das, was in Ursensollen schon länger mit einem Lebensmittelgeschäft praktiziert werde.

Auch Sparkassen leiden


Abseits vom Bargeldverkehr befasste sich Vorstandsvorsitzender Meier mit der aktuellen Lage am Zinsmarkt und meinte, bezogen auf die Politik der Europäischen Zentralbank: "Das ist eine Enteignung des Bürgers. Er verliert Geld." Kunden müssten ihre Geldanlage völlig neu disponieren, um keine Vermögensschäden zu erleiden. Auch die regionalen Sparkassen litten darunter. Umso erfreulicher sei es, die aktuellen positiven Zahlen seines Instituts vorlegen zu dürfen. So sei die Bilanzsumme gegenüber 2014 um 38,5 Millionen auf 1,992 Milliarden Euro geklettert. Zugleich habe man das Kredit-stärkste Jahr der Unternehmensgeschichte hinter sich. Der Anstieg um 56,477 Millionen auf 1,493 Milliarden Euro bedeute ein Plus von 3,9 Prozent.

Noch deutlicher fiel, laut Dürgner, die prozentuale Zunahme bei den Zusagen zur Finanzierung für den freien Wohnungsbau aus: Das erzielte Plus von 24 Prozent - auf 130 Millionen Euro - bedeute: "Noch nie zuvor haben wir so vielen Menschen zu eigenen vier Wänden verholfen." Ebenfalls auf Rekordniveau stehe das Kreditvolumen für private Vorhaben, für Unternehmen und Selbstständige. Hier nannte Dürgner die Summe von 237,274 Millionen Euro.

Zuwächse führte er noch beim Wertpapierumsatz (plus 20 Prozent) auf 213 Millionen Euro an. Hier sei mehr denn je Beratung gefragt, die gerne in Anspruch genommen werde, so Dürgner, denn: "Wertpapieranlage ist nichts für kurzfristiges Zocken." Zugelegt habe auch die Immobilienvermittlung um zehn Prozent auf 102 Objekte mit einem Gesamtwert von 15,7 Millionen Euro.

Sparkasse in ZahlenMitarbeiter (gesamt) 461 davon - Kundenberater 142 - Spezialisten für Baufinanzierungen und Immobilien 14 - Spezialisten Firmenkunden 36 - Auszubildende 41 - Dualstudenten 4 Kompetenzzentren in Amberg, Sulzbach-Rosenberg, Vilseck und Haselmühl 4 Filialen 16 Automaten/Auszahlstellen 48 Kundenkontakte/-besuche (alle Geschäftsstellen, Online, Telefon) pro Tag (Februar 2016) 11 300 davon - an Schaltern rund 5000 - Online rund 5000 - Telefon rund 1000 Bilanzsumme 1,992 Milliarden Euro Kundengeschäftsvolumen 3,462 Milliarden Euro Kreditgeschäft mit Kunden 1,493 Milliarden Euro Kreditzusagen gesamt (privat und geschäftlich) 237,2 Millionen Euro Leasingfinanzierungen Volumen neu 3,3 Millionen Euro Wertpapierumsätze 213 Millionen Euro Bausparsumme LBS Neugeschäft über 100 Millionen Euro Beitragssumme Lebensversicherungen 18,115 Millionen Euro Immobilienvermittlungen 102 Objektwert dabei 15,7 Millionen Euro Ausschüttungen in der Region - Spenden und Sponsoring 203 388 Euro - Förderstiftung 32 000 Euro (ben)
Das ist Enteignung des Bürgers. Er verliert Geld.Dieter Meier, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Amberg-Sulzbach
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