Stadtbau Amberg legt Geschäftsbericht vor
Solide Wohnungswirtschaft

Die Politik fordert, dass der Mietwohnungsbau wieder im größeren Stil vorangetrieben wird, um anerkannten Flüchtlingen, die dann den Charakter von Zuwanderern haben, ein solides Dach über dem Kopf zu bieten. 2015, das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, haben 23 Menschen dieses Personenkreises, bei der Stadtbau eine Wohnung gefunden. Bild: Steinbacher

Der Wohnungsbau ist wieder ein politisches, sogar sozialpolitisches Thema. Die Stadtbau betreibt dieses Geschäft als Kommunalunternehmen solide und unaufgeregt. Bald könnte es mit den ruhigen Zeiten aber vorbei sein.

Das befürchtet offenbar auch Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn. Ein Schuss Ironie war unüberhörbar, als er vor dem Stadtrat feststellte: "Wir werden die menschenwürdige Unterbringung, die Integration und die Eingliederung der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt so schaffen wie die Energiewende, die Eurokrise, die Einführung der Elektroautos usw. Die politische Zuversicht stirbt zuletzt. Die Kosten sind unkalkulierbar und auf Jahre - sprich Jahrzehnte - zu schultern."

1630 Mietwohnungen


Das war quasi der Ausblick, der jüngste Geschäftsbericht fiel hingegen so unspektakulär aus wie in den vergangenen Jahren: "Die Vermögens- und Finanzlage der Stadtbau (...) ist auch 2015 unverändert als solide zu bezeichnen. Unsere Investitionen gehen unverändert in die Instandhaltung und die Modernisierung unserer Bestände beziehungsweise in Grundstücke und Neubauvorhaben ausschließlich in unserer Region." Das Kerngeschäft des kommunalen Wohnungsunternehmens besteht mithin in der Bewirtschaftung von 1630 Mietwohnungen als Eigenbestand (zum 31. Dezember 2015) mit "traumhaft günstigen" durchschnittlichen Kaltmieten von 4,25 Euro pro Quadratmeter. 176 Mieterwechsel wurden vollzogen, rund 2,4 Millionen Euro wurden in die Instandhaltung und Modernisierung des Bestandes im vergangenen Jahr investiert. An Silvester standen 111 Wohneinheiten leer, allein 88 im Bergsteig-Viertel (62 Rundbau, 16 Polizeiblock). Die vorhandene Substanz dort soll völlig umgekrempelt werden, der Abriss des Rundbaus steht im Frühsommer an.

Große Mietwohnanlagen hat die Stadtbau seit Jahren nicht mehr angepackt. Wenn es um lukrative Neubauten ging, standen Doppel- oder Reihenhäuser sowie kleingliedrigerer Eigentumswohnungsbau im Mittelpunkt. Verkauft wurden vor diesem Hintergrund laut Hahns Geschäftsbericht zwei Häuser mit je zwei Wohneinheiten in Neunburg vorm Wald (Landkreis Schwandorf), ein Reihenhaus in Schwandorf und eine Eigentumswohnung in der hiesigen Fuggerstraße. Übergeben hat die Stadtbau im Neubaubereich 2015 neun Eigentumswohnungen, sechs Reihenhäuser sowie vier -bungalows.

Belegung gesunken


Veräußert wurde zudem eine gewerbliche Einheit am Pfalzgrafenring, 83 gehören zum Bestand. Auch auf dem Vermietsektor dieser Objekte tat sich einiges, sowohl in Schwandorf als auch in der Fuggerstraße (Asia-Feinschmeckertempel). Einen Rückgang musste die Stadtbau bei der Belegung ihrer beiden Tiefgaragen am Bahnhof (von 102 144 auf 101 496 Einfahrten) sowie beim Theater (100 848/98 817) verzeichnen. Hahn vermutet die Ursache in der Rücknahme der Gebührenerhöhung der oberirdischen Stellplätze in der City.

Daneben ist die Stadtbau mit ihren 22 Vollzeitkräften und einem Auszubildenden im kaufmännischen Bereich als Hausverwalter für Dritte tätig. 89 Eigentümergemeinschaften mit 1377 Wohnungen und 56 Gewerbeeinheiten gehören unter anderem zu den Kunden. Als Baubetreuer und -berater war das Kommunalunternehmen für 34 Gemeinden tätig. Zum Personalstamm gehören noch acht haupt- und 20 nebenamtliche Hausmeister. Beteiligungen werden an der Amberger Gewerbebau (3,83 Prozent) und der Stadtbau Sulzbach-Rosenberg (5,45) gehalten. Detaillierte Zahlen zur Ertragslage bot Hahn den Stadträten für den nichtöffentlichen teil der Plenumssitzung an.
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