Statt der Metzger haben an der Schlachthausstraße vielleicht bald die Kinder das Sagen
Schön spielen statt schlachten

Groß genug ist das Gelände des Schlachthofs, dass es vielleicht sogar für Indoor-Spielhalle samt Kletterpark Möglichkeiten bietet. Bild: Steinbacher

"Wir sind für alles offen", sagt Stadtbau-Chef Maximilian Hahn zur Schlachthof-Zukunft. Und er lässt damit anklingen, dass für das Gelände vielleicht auch ganz andere Lösungen denkbar sind, die bisher noch keiner ins Spiel gebracht hat. Spiel- und Freizeitspaß für Familien und Sportler zum Beispiel. Konkret ist von einer Indoor-Spiel- oder Kletterhalle die Rede, wie sie andernorts oftmals in alten Firmen- oder Fabrikgebäuden entstanden sind.

So abwegig ist das nicht, zumal eine Nachfolge-Lösung für den Schlachthof nach dem Auszug von Jura-Fleisch schwer bis unmöglich zu finden sein dürfte. Das sagt auch Hahn deutlich, der mit seiner Stadtbau Eigentümer der großen Liegenschaft an der Schlachthausstraße ist. Dass kleinere bis mittlere Betriebe einen einst kommunalen Schlachthof übernehmen, sei immer seltener der Fall. Bundesweit sähen Gegenwart und Zukunft so aus, dass nur noch die "ganz Großen" ordentlich Profit machen, bei denen aber alles - auch räumlich - in die Richtung einer fast schon industriellen Schlachtung gehe.

Auch Erlebnislokal denkbar


Der Stadtbau-Chef denkt deshalb über andere Wege nach. Erlebnisgastronomie - dieses Wort nahm Hahn im Gespräch mit der AZ auch schon mal in den Mund, ohne freilich exakte Vorstellungen zu nennen. Dafür ist es nach seinen Worten ebenso noch zu früh wie für eine Indoor-Spiel- oder Kletterhalle.

Denn natürlich müsse nach dem Auszug von Jura-Fleisch - der Mietvertrag läuft noch bis Ende des Jahres - erst mal "aufgeräumt" und vermutlich etliches (wie Kühlanlagen) zurückgebaut werden, bevor man an ein konkreteres Konzept für die Räume gehen könne. Die Statik und andere wichtige Voraussetzungen spielten da genauso eine Rolle wie die Frage, welche Teile des Gebäudes entsprechend verändert werden können. Auch ein Teil- oder Komplettabriss ist nicht ausgeschlossen.

"Es ist Verschiedenes vorstellbar", sagte Hahn wörtlich - bis auf eines: Wohnen scheide wegen der vielbefahrenen Schlachthausstraße und der ebenso lärmintensiven Bahnlinie direkt hinter dem Grundstück wohl aus. "Es bietet sich für Gewerbe an", favorisiert der Stadtbauchef diese Nutzung und sieht als weiteren Vorteil dafür die relative Nähe zur Altstadt an. Außerdem ließen sich Parkplätze in größerer Zahl auf dem weitläufigen Gelände unterbringen.

"Das ist eine nette Aufgabe, ich freue mich darauf, das zu entwickeln", sagte Hahn zur AZ, schränkte aber ein, dass hier noch einige Monate bis hinein ins neue Jahr ins Land ziehen würden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.