Stellenabbau in Amberg
Siemens relativiert Pläne

Als "Zukunftsfabrik" präsentierte die Siemens AG im Februar 2015 das Elektronikwerk Amberg (EWA) der Bundeskanzlerin. Das EWA ist laut eines Konzernsprechers fast zu 100 Prozent ausgelastet. Archivbild: Steinbacher

Aus 400 werden 330: Der Siemens-Konzern nennt neue Zahlen zum geplanten Job-Abbau in Amberg. Tenor: Das Elektronikwerk könne sich derzeit gar keine Stellenstreichungen leisten.

Wie geht es weiter mit Siemens in Amberg. Eine Woche nach der Hiobsbotschaft von der Streichung von 400 Jobs in Elektronik- und Gerätewerk sowie Lieferzentrum, korrigiert Unternehmenssprecher Michael Friedrich die Zahlen. Die Lage stelle sich nicht ganz so dramatisch dar, wie in der vergangenen Woche von verschiedenen Seiten behauptet. Ja, im Gerätewerk müsse wegen auslaufender Produktlinien ein Arbeitsplatzvolumen von 160 Stellen abgebaut werden. "Aber das bedeutet nicht betriebsbedingte Kündigungen." Der Konzern strebe eine sozialverträgliche Lösung an.

Ja, auch die Zahl von 170 auszulagernden Stellen im Lieferzentrum (LZA) stimme. Friedrich weist aber darauf hin, dass ein Teil der im LZA beschäftigten Mitarbeiter weiterhin im Unternehmen bleibe. Anders als bisher kommuniziert, gestalteten sich jedoch die Pläne für das Elektronikwerk (EWA). Von einem Minus von 70 Stellen war bisher die Rede. "Hier gibt es keinen Abbau", unterstreicht der Firmensprecher. Richtig sei, dass Tätigkeiten vom EWA ins chinesische Schwesterwerk Chengdu verlagert werden. "Das hat aber damit zu tun, dass das EWA derzeit fast zu 100 Prozent ausgelastet ist. Die 70 Stellen bleiben. Die Leute erhalten nur andere Aufgaben." Zum Outsourcing des LZA bekräftigte Friedrich das Ziel des Konzerns, von einem Dienstleister ein neues Logistikzentrum "im Raum Amberg" errichten zu lassen. Das sei eine bewusste Entscheidung für die Region gewesen. Wo genau der Neubau entstehen soll, stehe noch nicht fest.

Das vom Betriebsrat ausgesprochene Überstunden-Verbot wollte der Sprecher nicht kommentieren. Allerdings war aus Unternehmenskreisen zu hören, dass die Siemens AG nicht daran interessiert sei, den Konflikt eskalieren zu lassen. "Die Firma wird natürlich ein bisschen nervös. Gerade das LZA hat ja den Anspruch, 24 Stunden am Tag weltweit zu liefern", erklärte Hans Ott von der IG-Metall. Er verteidigte die Vorgehensweise der Arbeitnehmervertretung: "Wenn man zu viel Personal hat, dann kann man auch keine Überstunden fordern."


























@oberpfalzmedien.de

Die 70 Stellen bleiben. Die Leute erhalten nur andere Aufgaben.Siemens-Sprecher Michael Friedrich
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.