Streikfeuer brennen wieder
IG Metall macht jetzt ernst

Das Arbeitgeberangebot hat mit Missachtung der Menschen mehr zu tun als mit Wertschätzung.

Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Arbeitgeber bieten bisher maximal 1,2 Prozent. Die Gewerkschaft will sich das nicht bieten lassen und erhöht jetzt die Schlagzahl .

Amberg. (tk) In der Nacht zum Freitag legten laut 1. Bevollmächtigtem Horst Ott die Schichten von Siemens Amberg und Kemnath (Kreis Tirschenreuth) sowie Faurecia (Kreis Neustadt an der Waldnaab) die Arbeit nieder. An allen drei Standorten seien die in der Gewerkschaft organisierten Mitarbeiter dem Aufruf zu nahezu 100 Prozent gefolgt. Mit anderen Worten: In Amberg streikten 150 Frauen und Männer, in Kemnath 30 und in Trabitz 20 Nachtschichtler.

Bei Siemens in Kemnath seien am Freitag ab 10.30 Uhr zudem die Normal- und Frühschicht aufgefordert gewesen, ihren Job aus Protest ruhen zu lassen. Dort fand laut Ott eine kurze Kundgebung auf dem Werksgelände statt. Im Laufe des Tages kam es bei der Siemens AG in Amberg und dem Tirschenreuther Industrieanlagenanbieter zu sogenannten Frühschlussaktionen. Das heißt: Etwa 1000 Mitarbeiter verabschiedeten sich zeitiger ins Wochenende. Auch bei der Faurecia Abgastechnik-GmbH gingen die Gewerkschaftsmitglieder früher in den Feierabend.

Horst Ott zog am Freitagmittag ein erstes Fazit: "Dass die Feuer-Streiktonnen seit heute Nacht wieder in der nördlichen Oberpfalz brennen, ist die Antwort der Arbeitnehmer auf ein Arbeitgeberangebot, das mehr mit Missachtung der Menschen zu tun hat, als mit Wertschätzung." So ist auch die relativ hohe Streikbereitschaft der Metallern zu erklären.
Das Arbeitgeberangebot hat mit Missachtung der Menschen mehr zu tun als mit Wertschätzung.Horst Ott, 1. Bevollmächtigter der IG Metall
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