Tschechischer Ministerpräsident besichtigt Amberger Elektronikwerk
Der nächste Regierungschef bei Siemens

Vor etwas mehr als einem Jahr trafen sich Ministerpräsident Horst Seehofer (rechts) und der tschechische Regierungschef Bohuslav Sobotka bei der Eröffnung der bayerischen Repräsentanz in Prag. Archivbild: dpa
Amberg: Siemens |

Der Siemens-Konzern ist in mehr als 200 Ländern aktiv, beschäftigt weltweit rund 360.000 Mitarbeiter. Nun rückt erneut der Standort Amberg in den Fokus des Weltunternehmens: Konzern-Chef Joe Kaeser und Ministerpräsident Horst Seehofer empfangen morgen den tschechischen Regierungschef Bohuslav Sobotka im Elektronikwerk (EWA) an der Werner-von-Siemens-Straße. Er will sich einen Eindruck davon verschaffen, wie sich in einer digitalen Fabrik virtuelle und reale Welt vermischen.

Erst im Februar vergangenen Jahres ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel von Kaeser durch das Vorzeigewerk führen. "Amberg ist der beste Beweis, dass Hochtechnologie und Spitzeninnovation den Standort Deutschland langfristig und nachhaltig sichern können", sagte der Vorstandsvorsitzende damals zur Kanzlerin. "Unser Elektronikwerk ist das Idealbeispiel für eine digitale Fabrik und zeigt, dass Siemens beim Thema Industrie 4.0 bereits in der Umsetzung ist." Seit 1989 produziert Siemens im Elektronikwerk speicherprogrammierbare Steuerungen vom Typ Simatic. Sie dienen dazu, Maschinen und Anlagen zu automatisieren und dadurch Zeit und Kosten zu sparen sowie die Produktqualität zu erhöhen. Die in Amberg hergestellten Steuerungen kommen zum Beispiel in Bordsystemen von Kreuzfahrtschiffen zum Einsatz, ebenso wie in industriellen Fertigungsprozessen, etwa in der Automobilindustrie oder auch in Skiliftanlagen. Das Werk ist so aufgebaut, dass die Produkte mit den Maschinen kommunizieren und sich die Fehlerquote dadurch auf nahezu null minimiert.

Der Sozialdemokrat Sobotka ist seit zwei Jahren Regierungschef in Prag. Er führte den Annäherungskurs zu Bayern fort, den sein Vor-Vorgänger Petr Necas 2010 gestartet hatte. Damals reiste Seehofer als erster bayerischer Ministerpräsident in die tschechische Hauptstadt.

Im Dezember 2014 eröffnete der Freistaat eine eigene Repräsentanz an der Moldau. Siemens ist seit mehr als 120 Jahren in Tschechien vertreten. Der Konzern beschäftigt im Nachbarland rund 9000 Mitarbeiter.
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