Unternehmerin Elisabeth Frauendorfer (79) gestorben
Möbelhaus als Lebenswerk

Ein Bild des Unternehmerehepaars Frauendorfer aus den 60er-Jahren. Elisabeth Frauendorfer ist am Valentinstag im Alter von 79 Jahren gestorben. Repro: Hartl
Amberg: Möbel Frauendorfer |

Amberg hat eine große Unternehmerpersönlichkeit verloren: Elisabeth Frauendorfer, Seniorchefin des gleichnamigen Möbelhauses, ist tot. Sie wäre heuer 80 Jahre alt geworden.

Ihr Lebenswerk prägt auch das Stadtbild: Wer auf dem Altstadtring von der Trimax-Halle Richtung Bahnhof fährt, der hat das größte Möbelhaus Ambergs vor Augen. Elisabeth Frauendorfer hat es zu dem gemacht, was es ist. Mehr als 30 Jahre hielt sie das Unternehmen auf der Erfolgsspur. Am Valentinstag schloss sie im Alter von 79 Jahren für immer die Augen.

Aus der Nachbarschaft


Elisabeth Frauendorfer war eine Ambergerin durch und durch. Ihre Kindheit verbrachte sie nur einen Katzensprung von ihrem späteren Lebensmittelpunkt entfernt. Am 5. Dezember 1936 wurde sie nur eine Ecke weiter in der Marienstraße als Tochter des Metzgermeisters Inzelsperger geboren. Sie machte Abitur, wollte Lehrerin werden. Doch das Schicksal lenkte ihr Leben in eine völlig andere Richtung.

Obwohl sie 1959 das Lehramtsstudium abschloss, entschied sie sich schon kurze Zeit später, den Beruf an den Nagel zu hängen. Grund war die Liebe: Im Juni 1960 heiratete die junge, frisch ausgebildete Lehrerin den Möbelkaufmann Hermann Frauendorfer aus der Nachbarschaft. Sie wechselte in das Metier ihres Mannes, absolvierte einen Crash-Kurs in Sachen Möbel in Nürnberg und engagierte sich fortan leidenschaftlich für das 1903 gegründete Unternehmen. 1961 kam Tochter Andrea auf die Welt, 1962 Sohn Markus und 1963 sein Bruder Bernhard.

Unfall auf dem Chiemsee


Das Glück der jungen Familie zerbrach jedoch im Sommer des Jahres 1971. Bei einer Bootspartie auf dem Chiemsee fiel Hermann Frauendorfer ins Wasser und ertrank. Seine Frau stand nun alleine da - mit den drei Kindern und dem Möbelhaus.

Elisabeth Frauendorfer entschied sich, das Unternehmen weiterzuführen und sogar zu vergrößern: 1972 baute sie den Möbelmarkt Mögro aus. 1992 folgte die Errichtung des Zentrallagers im Industriegebiet Nord und 1996 das größte Bauprojekt des Unternehmens - die Verdoppelung der Ausstellungsflächen in der Ruoffstraße. Im Dezember 1997 feierte das Möbelhaus mit den rund 100 Mitarbeitern Neueröffnung.

Obwohl nach dem Jahr 2000 die Kinder die Geschäftstätigkeiten übernommen haben, verabschiedete sich die Unternehmerin nie ganz von ihrem Arbeitsplatz. Ihr Faible, den Teppichverkauf, pflegte sie noch weiter. Nicht nur Familie und Belegschaft trauern um Elisabeth Frauendorfer, sondern auch viele ihrer Kunden.
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